Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970094
Toscaua. 
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nicht wie die fünf Kuppeln der Marcuskirche einzeln und leicht 
gegen die Luft ab, sondern haften (weil die dazwischen liegen- 
den Gurtbögen so sehr viel schmaler sind, als die dortigen Toll- 
nengetvölbe) dicht aueinder, so dass sie wie ein Haufe schwerer 
unförmlicher Gebilde auf dem Gebäude lasten. Dies wird dadurch 
eher schlimmer als besser, dass hinten am Chore zwei überaus 
schlanke Thürme über die Höhe der Kuppeln hinaussteigeu und 
ein gleiches kleineres Thürmchen vorn grade über der Spitze des 
Facadeugiebels angebracht ist, da der Contrast ihrer Schlankheit 
die Plumpheit der Kuppeln noch auffallender macht. 
Der Plan von S. Antonio, soweit er auf einer Nachahmung 
von S. Marco beruhetl, wird wahrscheinlich aus der ersten Bau- 
zeit um 1232 stammen, und auch bei der Fortsetzung nach 1256 
maassgebend gewesen sein, so dass das Gebäude in dieser Be- 
ziehung seine chronologische Stelle vor der erst 1250 gegrün- 
deten Kirche der Frari und vor ihren noch spätem Nachahmungen 
erhalten würde. Auch wird man im Ganzen es eher den Gebäu- 
den des Uebergangsstyles, als den gothischen zuzählen. Aber 
der Chorbau und die Facade haben es entschieden auf gothische 
Construction und Consequenz abgesehn und es schien daher 
passend, diese Kirche, die eher eine Ausnahme als ein Glied der 
historischen Entwickelung bildet, hier einzuschalten, um sie sowohl 
von den wirklich romanischen Bauten, als von denen der eigent- 
lichen italienischen Gothik zu sondern. 
Die früheste gothische Kirche, die wir in Toscana nach- 
weisen können, ist S. Trinitä in Florenz, Welche um 1250 
und zwar nach VasarPs in diesem Falle eher glaubhafter Ver- 
sicherung durch Niccolb Pisano, neu erbaut wurde Die Anlage 
ist ungewöhnlich, indem sie fünf Schiffe von mässiger Tiefe hat; 
ohne Zweifel, weil der Baum der zwischen Häusern in der 
Strassenliucht liegenden Kirche die Ausdehnung in die Länge 
nicht gestattete. Sie ist später durch Umwandlung eines Theils 
der äussern Schiffe in Kapellen und Schaffung eines Querschißes 
verändert, aber im Wesentlichen erhalten. Die Pfeiler sind vier- 
eckig, mit mannigfachen Kapitälen, die des MiüßlSChiffßS mit 
einem ununterbrochen aufsteigenden obern Dienste versehn, die
        

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