Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-970007
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Italienische 
Gothik. 
Paolo vorgestanden haben sollen  Die anziehendste unter diesen 
Kirchen ist S. Anastasia, was sie zum Theil ihrer bessern Er- 
haltung, hauptsächlich aber den feinern Details, der reicheren Bei- 
mischung von Stein, welcher an allenBögen mld an den Pilastern 
oberhalb der Säulen mit Backsteinlagen wechselt, der sehr rei- 
zenden polychromatischen Ausstattung und überhaupt der regel- 
mässigeren und sorgsameren Durchführung verdankt. Die Säulen, 
von gelblich weissem Marmor aufgemauert, stehen hier nicht, wie 
in den verwandten venetianischen Kirchen, auf einem achteckigen 
Basament, sondern mit schwacher attischer, aber mit grossem 
Eckblatt versehener Basis auf viereckiger Plinthe; die Quer- und 
Seitenschitfe haben regelmässige schlanke drei- oder zweitheilige 
Fenster; die Oberlichter sind kreisförmig, haben aber innerhalb 
der aus wechselnden Steinen und Ziegeln gebildeten Einfassung 
eine Art von Maasswerk, indem durch Steinplatten die Oelfnung 
auf einen sechsseitigen Stern beschränkt ist. Das Bogenfeld ober- 
halb des Scheidbogens ist endlich, obgleich nicht sehr hoch, doch 
noch durch eine unter dem Oberlichte befindliche, unter das flache 
Dach der Seitenschiffe führende kreisförmige Oeffnung belebt. 
Dazu kommt dann die sehr leicht gehaltene, überaus anmuthige 
decorative Bemalung, welche nie grosse Flächen bildet, sondern 
nur die architektonische Anordnung betont. Die Leibung der 
Scheidbögen ist durch einen Arabeskenstreifen, die Fläche der 
Gewölbkappeu in der Mitte durch eine Art Blume, rings umher 
durch Einrahmung mit einem Ornamentstreifen verziert, alles mit 
wenig wechselnder, hauptsächlich braunrother Farbe auf dem 
weissen Bewurf, ganz in der schlichten Anmuth der baulichen 
Formen. Nicht minder reizend und nachahmungswerth ist endlich 
das aus Marmorstücken verschiedener Farbe in sehr sinnreich 
einfachen, wechselnden Mustern gebildete Mosaik der Fussbüden. 
Die Bemalung und alle feinem Details sind übrigens in den fünf 
westlichen Jochen abweichend und meistens schwerfailliger und 
 Dies alles versichert wenigstens Marehese I. 103 ff. mit Bezugnahme 
auf Federici, während Ricci II. 175 mit Bezugnahme auf einen mir unzu- 
gänglichpn Aufsatz von Selvatico im Giornale di belle arti, vengzia, 1333 
11.312 erzählt, dass eine Inschrift den Magister Leonardns Murarius qui 
dicitur Rnccalica. als Urheber und Vollender des Baues nenne.
        

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