Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969982
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Italienische 
Gothik. 
der 
Altarnischen 
V01] 
sieben 
auf 
fünf reducirt 
und 
der 
Schluss 
derselben nicht mehr durch einen Winkel, sondern in gewohnter 
Weise durch eine volle Polygonseite bewirkt. Die Seitenwände 
sind regelmässiger mit Fenster versehen und im Aeussern durch Li- 
senen getheilt, und die Facade ist durch Strebepfeiler gegliedert k) 
Ganz ähnlich sind dann drei andre Dominicanerkircheir in 
benachbarten Städten; S. A gostino in Padua (1303 vollendet), 
S. Anastasia in Verona (1290 angefangen, aber erst lange 
nachher beendet) und endlich S. Niccolo zu Trevigi (1310 bis 
1352). Die erste dieser drei Kirchen ist zwar 1822 abgebrochen, 
aber ihre Uebereinstimmung mit den beiden andern durch ältere 
Beschreibungen und durch das Urtheil von Augenzeugen festge- 
stellt  Sie alle haben, wie S. Giovanni e Paolo und selbst in 
sehr ähnlichen ltlaassverhältnisseni-tiw) ein Langhaus von sechs 
Jochen und in Osten fünf Altarnisehen, jedoch schliessen die 
Kapellen in S. Anastasia wunderlich genug wieder, wie die in 
S. Maria gloriosa, mit einem Winkel, so dass der Baumeister hier 
wieder einmal, abweichend von den Bauten des eignen Ordens, 
auf das ursprüngliche Vorbild zurückgriff. Dass die Meister 
dieser Bauten übrigens selbst dem Orden angehörten, ist schon 
durch die Uebereinstimmung Wahrscheinlich, wird aber auch ur- 
kundlich bei den Kirchen von Padua und Trevigi bestätigt, wo 
ein Fra Bartolomeo von Bologna theils allein, theils mit einem 
Fra Niccolö von Imola als Baumeister genannt wird, welche beide 
gemeinschaftlich auch eine Zeit lang dem Bau von S. Giovanni e 
m] Die Marmorbekleldung, welche sie im XV. Jahrhundert erhalten 
sollte, ist unvollendet. Die Länge der Kirche beträgt 290, die Breite des 
Langhauses 80 Fuss. Marchese I. 103. Selvatico S. 102. Grundriss bei 
Wiebeking Taf. 72 und in den Fabbriche conspicue di Venezia Vol. II. Die 
vielfach wiederholte Angabe, dass diese Kirche „ von Schülern des Niccolö 
Pisano" gebaut sei, ist nur eine aus ihrer Aehnlichkeit mit der diesem irrig 
zugeschriebenen Kirche der Frasi gezogene Folgerung, welche mit dieser 
Voraussetzung fällt. 
"Ü Vergl. die ziemlich genaue Beschreibung der KiYChß in ROSSEttTS 
Guida von 1780 und die Angaben von Selvatico, Ricci und Marchese. 
 Die Länge in S. Giovanni e Paolo 290, in S. Anastasia 285, in 
S, Niceolö 274, die Breite des Langhauses 80, 78, 79 Fuss. Die Höhe des 
Mittelschißs unter dem Schlussstein kann ich nur bei S. Anastasia angeben, 
wo sie 78 Fuss (genau das Maass der lichten Breite) beträgt.
        

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