Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969924
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Italienische 
Gothik. 
nicht, und man gewöhnte sich durchweg, beide Baustoffe in ihrer 
Eigenthümlichkeit zu verwenden und daher auch zu verbinden, 
namentlich auch die Ziegel wegen ihrer dunkeln Farbe mit helleren 
Steinen schichtenweise Wechseln zu lassen, um so den Farbenreiz 
verschiedener Marmorarten zu ersetzen. 
Während sich die provinziellen Unterschiede mehr aus- 
glichen, wurde dagegen die objective Verschiedenheit der Ge- 
bäude nach ihrer Bestimmung durch die Einführung des gothischen 
Styls gesteigert. Namentlich ist die zwischen Klo sterkirchen 
und Kathedralen ins Auge zu fassen. In Frankreich erhielt der 
gothische Styl seine Ausbildung an den Kathedralen und wurde 
von ihnen nur in vereinfachter und beschränkter Gestalt auf die 
Klosterkirchen übertragen. In Italien dagegen waren grade die 
Bettelorden diejenigen, Welche den neuen Styl zuerst adoptirten 
und für ihre Zwecke ausbildeten. 
Den Anfang hatten, wie wir gesehen haben , die Francis- 
caner bei der Mutterkirche ihres Ordens gemacht, demnächst aber 
bemächtigten sich die Dominicaner, unter denen sich zahlreiche 
architektonische Talente aufthatenik), des neuen Styls, und es 
bildete sich durch die Verwendung desselben ein ziemlich fester 
Typus der Klosterkirchen, der jedoch nicht, wie früher bei den 
Cisterciensern, ausschliessliches Eigenthum eines einzelnen Or- 
dens, sondern von allen beobachtet wurde und durch die nach- 
barliche Mittheilung der Klöster provinzielle Verschiedenheiten 
ausbildete. 
Der Grundriss dieser Klosterkirchen scheint von den Cister- 
ciensern zu stammen; er besteht nämlich aus einem dreischifiigen. 
von Rundsäulen oder achteekigen Pfeilern in fast quadratischer 
Aufstellung gestützten Langhause ohne Seitenkapellen, und aus 
"j Vgl. des P. Vineenzo Marchese, Memorie dei piü insigni pittori, scultori 
ed architetti Dümenicani. 2. Ausg. Firenze 1854. Auch unter den Fran- 
eiscanem weist der diesem Orden angehörige Padre Gonzati (la basilica di 
S. Antonio di Padova. I. 26. 118. 121.] einige Baumeister nach, indessen 
scheinen sie weniger bedeutend und ihre Klöster bedienten sich meistens welt- 
licher Architekten. Vgl. Marchese I. p. 108.
        

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