Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969733
S. Francesco zu Assisi. 
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breite) und schwacher Beleuchtung, mit gewaltigen, von schweren 
Rippen durchzogenen Kreuzgewölben, die sich über niedrige und 
einfacheMauerpfeiler spannen, dreischiffig, aber so, dass die 
Seitenschiße durch starke Querwände in einzelne Kapellen ge- 
theilt sind. Im Osten und im Westen sind Querschiife von be- 
deutender Ausdehnung angebracht, von denen das östliche vor 
der halbkreisförmigen Altarnische die umgitterte Grabstätte des 
Heiligen enthält, das westliche aber mit einem prachtvollen, zwei- 
theiligen gothischen Portale den Zugang bildet, jedoch nur auf der 
Nordseite, da nach Süden und Westen die ganze Unterkirche an 
einen Felsen anstösst, welcher, oben geglättet, der Oberkirche 
freien Zugang gewährt und einen Platz vor ihrer Fagade bildet. 
Macht die Unterkirche den tiefernsten Eindruck einer heiligen 
Grabstätte, so trägt die Oberkirche den Charakter heiterer 
VVürde, wie er der Feier beglückender Mysterien und den Dank- 
und Freudenfesten der Kir- 
 che entspricht. Die Facade 
 ltlitw   ist noch einfach und cha- 
i  "l   rakteristisch italienisch ge- 
    7 halten, indem sie, durch ho- 
i  ig: i  rizontale Gesimse getheilt, 
  '  s, über dem zweitheiligen, 
   reich mit Maasswerk ge- 
  II    schmückten Portale, nur die 
    - Fensterrose und das Giebel- 
       feld enthält. Tritt man aber 
       ein, so erhält man das hei- 
3   p tere Bild einer hellbeleuch- 
 tete", maassvo" gebildete" 
  war  und mit Wandgemälden be- 
s. Eranccsco zu Assisi. 
deckten gothischen Kirche, 
die von den bisherigen italienischen Bauten weit abweicht. Sie 
besteht aus einem einschiffigen Langhause von vier quadraten 
also die dritte und unterste, gebildet habe. Nachforschungen im J. 1818 haben 
jedoch erwiesen, dass der Leichnam im nackten Felsen leg, und erst seitdem 
ist als Stiftung des Kaisers Franz I. eine solche Grabkapelle höchst geschmack- 
los im dorischen Style erbaut. 
VII. 9
        

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