Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969657
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Zll 
Trient. 
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dings schon ausserhalb des eigentlichen Italiens, aber doch an der 
Grenze liegt und von einem italienischen Meister, Adam aus 
Arognio in der Diöcese von Como, und dann von seinen Söhnen 
und Enkeln, vom Jahre 1212 an, die gegenwärtige Gestalt er- 
hielt k). Es scheint, dass Mauertheile aus einem ältern Bau be- 
nutzt wurden, aber im Wesentlichen ist das Ganze doch aus 
einem Gusse. Die Anlage ist vollkommen deutsch, ein spät ro- 
manischer Gewölbebau; das dreischiffige Langhaus mit quadrati- 
schen Seitengewölben von halber Mittelschiffbreite und mit der 
von zwei (unvollendet gebliebenen) Thürmen flankirteit Facade, 
dann ein massig ausladendes, durch drei Quadrate gebildetes 
Qnerschiß, endlich der Chor, ein Quadrat mit der halbkreisförmigen 
Apsis und daneben auf den Kreuzarmen noch kleine Conchen. 
Aber auch die Ausführung ist überwiegend nordisch; regel- 
mässig gebildete, dem Gewölb entsprechende, dicht gestellte, 
starke Pfeiler mit vier jungen lntd vier alten Diensten, von denen 
der des Mittelschiffs hoch hinaufgeht, Eckblätter an der etwas 
gedrückten Basis, kräftige, durchweg gleiche Knospenkapitäle, 
endlich Kreuzgewölbe mit Rippen, zum Theil schon von gothischer 
Protilirung. Daneben kommen aber nicht Wenige italienische 
Eigcnthiimlichkeiten vor. Die Seitenschitfe sind so hoch, dass 
nur ganz kleine Oberlichter Raum haben; die Zwerggallerie, die 
grade den benachbarten deutschen Gegenden völlig fremd ist, 
ziert den Chor, die Kreuzseiten und das südliche Seitenschiff; auch 
die sehr eigenthümliche Anlage der im Innern in der Mauerdicke 
beider Seitenwände auf aufsteigenden Säulchen ruhenden, in die 
beiden Thürme führenden Treppen erinnert an die aufsteigenden 
Gallerien lombardischer Giebel. Ein Radfenster an der nördlichen 
Front des Quer-Schiffes ist völlig dem des Briolotus an S. Zeno 
von Verona nachgebildet. Auch die Facade hat ungeachtet ihres 
ganz in dentsch- romanischer Weise gebildeten Portals mehr 
italienischen Charakter, namentlich ein mit gothischen Kleeblatt- 
bögen geschmücktes Rosenfenster, und endlich zeigen die Vor- 
hallen der Ost- und Nordportale mit den auf Löwen und Karya- 
i") Siehe die Inschrift oben S. 109. Näheres in den mittelalt. Kunstdenkm. 
österr. Kaiserstaates I. S. 152 ff. und Taf. 23-26.
        

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