Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969625
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Italienische 
Architektur. 
sehen die Eckpfeiler gestellte Säulen in drei Arcaden getheilt, von 
denen die mittlere breiter und höher ist. Ueber diesem hohen Un- 
tergeschosse liegen zwei Gallerien gleicher Grösse, welche sich 
aber nicht mit fortlaufenden Arcaden, sondern auf jeder Seite mit 
drei zweitheiligen Rundbögen öffnen und von Rundbogenfriesen 
getragen und begränzt sind. Darüber erhebt sich die einfache, 
achtseitige steile Kuppel mit bedeutender Spannung  und 
einer der Höhe des Unterbaues  fast gleichkommenden Höhe 
 Das Aeussere (in seinen Details modernisirt) wiederholt 
diese I-löhentheilung und zwar so, dass unten ursprünglich drei 
Portale waren, von denen jetzt nur eines mit der von Löwen 
getragenen Säulenhalle erhalten ist, dann die Gallerien auf 
jeder Seite sich mit einem Doppelfenster öffnen und endlich 
die bis über die Hälfte der Kuppel hinaufsteigende senkrechte 
Mauer oben mit offener Arcadengallerie auf einem Rundbogen- 
friese schliesst. 
Der Bau von Parma ist das Werk eines retiectirenden, stre- 
benden Meisters, Welcher den von Cremona in Beziehung auf 
Solidität und auf Reichthum übertreffen wollte ä). Schon der 
-Grundriss ist sehr künstlich; während nämlich das Aeussere die 
achteckige Gestalt festhält, und zwar so, dass jede-der acht, auf 
den Ecken durch Strebepfeiler begränzten Seiten, wenn nicht 
durch ein Portal durchbrochen, durch zwei VVürfelsäulen in drei 
Theile getheilt ist, hat das Innere sechszehn Seiten, von denen 
drei Portale und eine den Hauptaltar enthalten, die andern zwölf 
aber Nischen in der gewaltigen Mauerdicke bilden. Ueber den 
Halbkuppeln dieser Nischen folgen dann auch hier wie in 
Cremona zwei Gallerien und demnächst die Kuppel, aber alles in 
andern Verhältnissen und in sehr viel reieherer, aber auch schwe- 
rerer Ausstattung. Statt dass nämlich dort der Unterbau und die 
Kuppel leicht und schlank in einander übergehen und über den 
Arcaden des Untergeschosses nur die zwei kleinen rundbogigen 
Gallerien einen Wandschmuck bilden, ist hier das Ganze von viel- 
fachen kräftigen verticalen und horizontalen Gliederungen durch- 
zogen. Auf den Kapitälen der sechszehn an den Ecken der 
Ü Die Verhältnisse sind um etwas geringer als 
{Ohne die Nischen) 52V, Fuss, die Höhe 84 Fuss. 
in 
Cremona, 
die 
Breite
        

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