Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969437
Glockenthürnxe 
und 
decorative 
lllarmorwerke. 
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die, dass kleine schlanke Säulen mit korinthisirenden Kapitälen 
und theils glatten, theils verzierten oder gewundenen Schäften an 
gewissen Stellen mit Pfeilern wechseln und mit diesen und unter 
sich durch Rundbögen verbunden sind, über denen ein grades Ge- 
bälk den Abschluss giebt. Auch die Behandlung der Details ist 
ganz ähnlich, und der ästhetische Charakter, durchweg der einer 
schlichten Anmuth und Zierlichkeit, bedingt durch die zarten 
Säulen und die feine Gliederung der Bögen. Nur dass in Subiaeo 
und S. Sabina alles viel einfacher und schmuckloser ist; die Pfeiler 
stehen ilnregelmässig, die Säulen ZWlSPhGII ihnen alterniren so, 
dass immer auf eine allein stehende ein zusammengestelltes Paar 
folgt, das Gebälk besteht nur aus einem breiten Fries und einem 
Gesims mit Kragsteinen. In S. Paul und S. Johann, wo die 
Gänge nicht wie dort flach, sondern mit Kreuzgewölben gedeckt 
sind, sind die Pfeiler regelmässig wiederkehrend, nach aussen 
vortretend und mit dem Gebälk verkröpft, die Säulen dichter und 
immer doppelt gestellt, das Gebälk dreitheilig und stärker geglie- 
dert. Vor allem aber ist hier der reichste Schmuck hinzugefügt; 
die Säulenschäfte sind häufiger und mit bunterer Arbeit ge- 
schmückt, die Kapitäle mannigfaltiger, auch mit Thiergestalten 
belebt, die Bogenleibungeti mit plastischen Bändern, die Zwickel 
mit phantastischen Reliefs, die einzelnen Theile des Gebälkes end- 
lich mit den prächtigsten musivischen Mustern ausgestattet 
Neben diesen Kreuzgängen sind die Glockenthürme in Rom als 
Bauten von eigenthümlicher Ausbildung zu nennen, indem sie in 
leichten Verhältnissen und mit vielen, auf allen Seiten durch drei- 
theilige, von zwei Säulen getragene Oeffnungen belebten Stock- 
werken schlank emporsteigen, und namentlich den einsamen 
gische Bestimmung, dass die Hauptarbeit erst in den letzten Jahren der Re- 
gierung des Johannes, also um 1241 ausgeführt wurde. Die Inschrift im 
Lateran (abgedruckt bei Panvinius, de septem urbis ecclesiis pag. 136) ent- 
hält bloss eine Anpreisung klösterlicher Lebensweise, woraus denn nur (nach 
Gaye's Bemerkung) zu folgern ist, dass sie jedenfalls vor 1290 ausgeführt 
ist, wo statt der Canoniri regulares Weltgeistlivhe hierher gesetzt wurden, 
Die vollständige Uebereinstimmung des Künstlerischen lässt keinen Zweifel 
darüber, dass dieses Werk auch der Zeit nach dem von St. Paul sehr nahe stehe. 
t) Abbildungen bei Agincourt, Arch. pl. 30-33 und bei Gailhabaud, V01. II. 
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