Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das Mittelalter Italiens und die Grenzgebiete der abendländischen Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-968007
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-969390
Römische 
Marmorarien. 
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cense ein Johannes civis romanus doctissimus arte nebst einem 
Collegen Andreas, wahrscheinlich 1209. Eine Reihe anderer In- 
schriften, die ohne Zweifel in den angedeuteten Zeitraum fallen, 
in Corneto, Toscanella und an andern Orten, enthalten nur Namen 
ohne Jahreszahlen. Alle diese Arbeiten sind decorativer Art, 
Ciborienaltäre, Ambonen, Leuchter zu den Osterkerzen, Fuss- 
bodenmosaiken u. dergl, sie sind auch nicht mit plastischen Fi- 
guren, sondern nur durch architektonische Gliederung und durch 
musivische Auslegung mit Marmorstücken geschmückt. Die 
Meister waren also weder Architekten k) noch Bildhauer im 
höhern Sinne des Wortes, auch spricht der Umstand, dass sie 
meistens in der Mehrzahl und zwar oft mit Brüdern und Söhnen 
zusammen arbeiteten, dass sie auch gern den Namen ihres Vaters 
nennen Mr), für einen handwerklichen Betrieb, bei dem es auf den 
Besitz der Werkstatt, vielleicht selbst auf erbliche Beziehungen 
zu marmorreichen Ruinen ankam. Indessen bildete sich doch 
durch diese anhaltende Uebung eine bestimmte Geschmacksrich- 
tung und ein decorativer Styl von grossem Reize, und namentlich 
war es eine dieser Arbeiterfamilien, Welche, indem sie sich durch 
eine Reihe von Generationen erhielt, auch zu höhern Leistungen 
fortschritt und einen bedeutenden Einfluss gewann. 
Man hat sich gewöhnt, sie in der Kunstgeschichte als die 
Cosmaten zu bezeichnen, obgleich sie der Sitte der Zeit gemäss 
einen Geschlechtsnamen nicht führten, und der Name Cosmas 
oder Cosmatus nur der Vorname ist, den anscheinend zwei ihrer 
Mitglieder hatten und den ihre Söhne dann neben ihren eignen 
Namen angaben 93'344). Der älteste dieses Künstlergeschlechts, den 
wir kennen, ist ein Laurentius, wahrscheinlich ein Neuling im 
d) Bezeichnend ist die ehemals in S. Bartolommeo all" Isola, jetzt in S. 
Alessio befindliche Inschrift: Jacobus Laurentii feeit has 19 columnas cum 
capitellis suis. Die Säulen sind eine besondre Leistung, deren sich nicht der 
Architect, sondern der Marmorarius rühmt. 
w") Auf dem Altarleuchter von S. Paul f. l. m. und in einer ehemals in 
S. Bartolommeo all" Isola, jetzt theilweise in S. Alessio erhaltenen Inschrift 
nennt sich ein Nicolaus de Angele, also wahrscheinlich der Sohn des einen 
der vier Söhne des Paulus, welche die Tabernakel von S. Lorenzo und von 
S. Croce arbeiteten. 
 Vgl. über die Oosmaten C. Witte im Knnstbl. 1895 n. 41 ff.
        

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