Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962201
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Weltleben. 
zuzogik). Die grosseil Heerhaufen Waren in der Regel noch 
nicht uniformirt, gewisse VVaHenstücke waren zwar für Lehns- 
leute und Söldner vorgeschrieben, aber es kam nur auf den 
Nutzen, nicht auf die Form an. Indessen waren die flandrischen 
Städte schon auf den Gedanken gekommen, ihre Soldtruppen 
selbst zu bekleiden und sie nach der Farbe ihrer Röcke zu be- 
nennen Seit), und auch die aufgebotenen Schaarcn nahmen öfter 
eine im Wesentlichen gemeinsame 'l'racl1t an; so pflegten die 
englischen Bogenschützen grün gekleidet zu gehen gerät). Grosse 
Vasallen zogen auch wohl mit einer Zahl gleichgekleirleter 
Lehnslente heran, und ebenso trugen die Mitglieder der Ritter- 
orden ihre Abzeichen und gleichgeformte Waffen und Kleider, 
so dass sich in der allgemeinen Mannigfaltigkeit doch schon 
Gruppen sonderten. Ueberhaupt fehlte es nicht an Abzeichen für 
die verschiedenen Stufen der Lehnsgewalt, und man suchte 
Würde und Reichthum oder auch individuelle Beziehungen durch 
Gestalt und Farbe der Walfentracht auszudrücken. Einzelne 
Ritter und Fürsten nahmen manchmal gewisse Farben aus freier 
Wahl und ohne Rücksicht auf ihre Wappen so bleibend an, 
dass die Geschichte sie noch jetzt danach benennt. Unter den 
Grafen [von Savoyen folgt ein rother Graf auf einen grünen, 
beide so nach den Farben genannt, in denen sie und ihr Gefolge 
auf den 'l'urnieren erschienen, und Englands schwarzer Prinz 
war schon unter diesem Namen in Frankreich gefürchtet. 
Ein ausrückendes Heer in seinem noch unversehrteu YVaf- 
fenglanze giebt zu allen Zeiten ein anziehemles Bild, aber in 
keiner wohl mehr, als in dieser, wo neben den Anfängern der 
Ordnung und Regehnässigkeit sich das freie Spiel der Persön- 
lichkeit geltend machte, Wo Form und Farbe nicht bedeutungs- 
lose Unterscheidungen bildeten, sondern eine bestimmte Sprache 
redeten, ernste Erinnerungen hervorriefeil, und den Ausdruck 
verschiedener Charaktere ritterlicher Kühnheit oder doch pl1an- 
, wird 
de ses 
l") Ein edler Knappe, Neffe des nacvhherigen Papstes Clemens VL, w 
gegen Kriegsgebrauch, da er sich ergeben will, getödtet, par convoitise de 
helles armures. Froissard I, chap. 98. 
ü") Felix de Vigne, recherches sur les costumes des Gildes, pag. 35. 
 Pauli „ Geschichte von England, IV, 656.
        

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