Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962190
Bewaffnung. 
gebrauch von dieser Bewaffnungsart ab; man behielt zwar die 
Arm- und Beinschieneil bei, beschwerte die Rüstung aber nicht 
mehr mit so vielen eisernen Platten, liess jene Helme ganz fort, 
und bedeckte das Haupt in der Schlacht mit einem einfachen 
Becken von Eisen (bassinet). Diese Neuerung kam wahr- 
scheinlich in den französisch-englischen Kriegen auf, wo zuerst 
das Fussvolk , besonders von den Engländern, mit grossem Er- 
folg verwendet wurde, und man daher die Nothwendigkeit 
einsah, auch die Reiterei in mehrzähligeir und leichteren Schaaren 
in die Schlacht zu führen. Indessen linden wir sie auch schon 
um 1350 in Deutschland. Man bezeichnete nun auch die Stärke 
der Kriegsheere nach der Wirklichen Anzahl der „reisigen 
Leute" oder der bestimmten NVaffen, nicht mehr wie anfangs 
nach der Zahl der gekrönten „Helme", bei Welchen dann immer 
die nicht genau bestimmte Zahl der Knappen und sonstigen Be- 
gleiter der Ritter vorausgesetzt war ü). Bei festlichen Gelegen- 
heiten und 'l'urnieren behielt man indessen jenen Helmschmilck 
noch lange und weit über die Gränzen dieser Epoche hinaus bei, 
bis er endlich ganz ausser Gebrauch kam und nur im Wiappen- 
schilde paradirte. Die Pracht und Schönheit der Rüstung war 
ein Gegenstand des Wetteifers und fast eine Ehrensache; minder 
Vermögende erschöpften sich darin, und nicht selten bestand ihr 
ganzer Besitz in ihrem Watfenschnlucke. Dieser Luxus konnte 
sogar gefährlich werden, indem er dem Ritter in der Schlacht 
eine Ueberzahl von Gegnern, auch wohl eine illoyale Behandlung 
m) Froissard, Lib.I, ch. B4. En ce temps (1337) parloit on de heaumes 
couronnes et ne faisaient les seigneurs nul compte d'autres gens Warmes, 
siils nüätaient ä heaumes et ä tymbres couronnes. Or est cet etat devenu tout 
autre maintenant (Froissard schrieb nach 1357) que on parle de bassinets 
de lances ou de glaives, de haches et de jaques. Die Limburger Chronik be- 
stimmt den Zeitpunkt dieses Uebergangs auf 1350. Bis dahin "rüsteten sich 
Herren, Ritter, Knechte und Bürger mit Platten und gekrönten Heimen, und 
wurden die reisige Leut geacht an 1OO oder QOÜ u. s. w. gekrönter Helme." 
(S- QU- Bald darauf aber (S. 27) "vergingen die Platten in diesen Landen, 
und die reisigen Leute, Herren, Ritter, Knechte und Bürger, führten alle 
schuPPen (ein wattirtes Oberwams mit blossen Armlöchern oder halben Aer- 
meln), Panzer und Hauben. Da achtete man reisige Leute also an 100, 
200 u. s. w. Ilauben". 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.