Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962159
Tracht. 
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von Dichtern als eine Schönheit erwähnt wird  Kleid und 
Hemde wurden ausgeschnitten, so dass, wie der Chronist rügt, 
die halbe Brust zu sehen war. Dabei trugen die Frauen zwei 
Kleider, das Oberkleid mit herunterhängenden Aermelni-ii-i) und 
kürzer, so dass man das Unterkleid, und an den Seiten aufge- 
schlitzt, dass man auch das Futter sah, auf dessen Wahl auch 
hier Rang und Stand Einfluss hatten. Der Gürtel wurde durch 
die Enge der Kleider nutzlos und daher oft fortgelassen, oft aber 
auch als Schmuck doppelt, unter der Brust und über den Hüften, 
genageu und dabei möglichst kostbar gemacht. Dante nennt 
daher Gürtel und Halsketten den Schrecken der Väter und Ehe- 
männer wer). Bei der Kopftracht machte sich eine ähnliche Ko- 
ketterie des V erhüllens geltend, wie bei den Mänteln; im vier- 
zehnten Jahrhundert wurden nämlich für beide Geschlechter die 
sogenannten Gogeln Mode, die ihren Namen von den mönchi- 
sehen Kaputzeil (cuculli) haben und wie diese den Kopf so ver- 
hüllten, dass nur das dadurch eiugerahmte Gesicht zu sehen 
war; sie hafteten indessen nicht immer an einem Kleide, sondern 
nur an einem Kragen desselben Stoffes, der Hals und Schultern 
umschloss und über den Kopf gezogen oder vorn zugeknöpft 
wurde. Diese scheinbar finstere und mönehische Verhüllung 
wurde aber theils durch die bunte Farbe des Stoffes, theils durch 
die wechselnden und phantastischen Formen, die man daran an- 
bringen konnte, ein fruchtbares Thema der Eitelkeit. Die Frauen 
trugen sie zunächst in mannigfacher WVeise ausgezackt oder 
Ügezattelt", dann mit langen, zuweilen zwei Ellen lang herunter 
hängenden oder um Kinn und Hals geschlungeneir Zipfeln, 
oder vgeknäuft", oben mit einem Knopfe zusammengefasst, oder 
gesteift, dass sie sich wie Hörner auf beiden Seiten hoben, oder, 
wie die Limburger Chronik klagt, „vorn zu Berge stünden über 
das Haupt, als wenn man die Heiligen malet mit den Diademen"; 
endlich wurden sie wirklich kugelförmig. Daneben erhielten sich 
dann die Schleier und Kopftücher, theils als züchtig verhüllelldc 
äx 
k) Strutt, Dresses, p. 73, giebt Beispiele.   
w) Eine Frankfurter Kleiderordnung von 1300 verbxetet, 
er als eine Elle zu haben. 
1'341) Dante, Parad. XV, v. 112. 
diese Lapper
        

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