Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962135
Tracht. 
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gungslust und mit der ganzen Aeusserlichkeit dieses Zeitalters, 
die wir jetzt näher betrachten Wollen. 
Fangen wir dabei mit den Elementen an, nämlich mit der 
Tracht  Schon an ihr erkennen wir die grosse Verschie- 
denheit dieser Epoche von den vorhergegangenen. Seit dem 
Anfange des Mittelalters bis um diese Zeit War "die Kleidung, 
trotz aller Klagen eifriger Sittenrichter, fast unverändert ge- 
blieben; jetzt dagegen finden wir sie in beständigem Wechsel, 
Der Verfasser der Limburger Chronik zählt im Laufe von 
vierzig Jahren sieben solche Aenderungen auf. Er ist sich be- 
wusst, dass sie plötzlich und lannenhaft erfolgen. Wer heuer, 
bemerkt er einmal, ein Meister unter den Schneidern sei, Werde 
übers Jahr nur ein Knecht sein. Die Mode im neueren Sinne des 
XVortes hat also begonnen, und der Chronist selbst, obgleich er 
über die Hgrosse Irloflahrt" klagt, legt doch augenscheinlich 
Werth darauf und kann sich nicht enthalten, Einzelnes "gar 
zierlich" oder „gar fröhlich" zu finden. Es ist nicht nöthig, 
diesen Veränderungen im Einzelnen nachzugehen, da sie alle, 
obgleich unter einander abweichend, doch im Gegensatze gegen 
die bisherige Tracht das mit einander gemein haben, dass an die 
Stelle der weiten und meistens langen, oberhalb der Hüften 
durch einen Gürtel zusammengehaltenen Tnnica jetzt nach dem 
Körper zugeschnittene Kleider treten. Das Wams bezeichnet 
durch seinen Schnitt die Taille; Aermel und Beinkleider sind 
enganliegend. Auch die Mäntel, die bisher nur aus einem gerad- 
winkeligen Stücke bestanden, das über der Brust zusammenge- 
halten wurde, erhielten einen künstlicheren Schnitt, sie Wurden 
am Halse eng, unten Weit gemacht, so dass sie den Körper voll- 
ständig verhüllten und ringsumher weit abstanden , weshalb man 
sie statt ihres gewöhnlichen Namens H oike auch Glocken 
nannte. Es kam dadurch ein pikanter und charakteristischer Ge- 
gensatz in die Bekleidung; denn Während bisher wie in der an- 
 Vergl. als 
deutsche Trachten- 
neueste, erzählende Behandlung des Gegenstandes: Die 
 und Modenwelt, von Jacob Falke. 1- Bd- Leipzig 1858.
        

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