Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967580
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Englische 
Kunst. 
Zwar nicht übertroffen, aber doch entstand noch eine grosse Zahl 
vortrefflicher kirchlicher Sculpturen. Jene vereinzelten Charakter- 
köpfe, mit Welchen die englischen Meister Consolen, Bogen- 
zwickel und ähnliche Stellen so freigebig ausstatteten, sind in 
den Bauten dieser Epoche noch überaus reizend, bald durch ideale 
W Schönheit, bald durch pikante Le- 
   bendigkeit undkpol-traitartige Wahr- 
   rlil M" eeehßrd Mrd  d?" ges- 
K seren kirchlichen Statuen sind noch 
  jjfll viele von bedeutender ernster Schön- 
   heit. An der Uebung in grossen sta- 
l,  tuarischen Werken fehlte es keines- 
 fjljflp Weges. Der Faoadenschmuck von 
 , Wells konnte noch kaum vollendet 
  Ü?tqgligllfliliilfii. sein und von dem jetzt leider bis auf 
" Wiki-l" Mumm" wenige Figuren völlig verschwun- 
Lmcolm denen der Facade von Salisbury, der 
nach einem Kupferstiche von Hollar wohl gegen 160 Statuen 
enthalten mochte, war wahrscheinlich noch ein grosser Theil erst 
in dieser Epoche ausgeführt. Dazu kamen jetzt die Fagade der 
Kathedrale von Lichtield, dann die Vorhalle von Exeter, beide 
vollständig mit freien Sculpturen bedeckt, und endlich eine grosse 
Zahl von einzelnen Statuen von Ileiligen oder Königen, Welche 
an verschiedenen Stellen des Aeusseren und Inneren der Kirchen 
hinzugefügt wurden. Gerade diese grösseren und öffentlichen 
Bildwerke haben begreitlicher Weise am Meisten durch die bil- 
derstürmerische Wuth des siebenzehnten Jahrhunderts gelitten, 
und kaum ist noch genug erhalten, um uns ein Urtheil über den 
Charakter und die Entwickelung der Plastik zu gestatten. In- 
dessen scheint es nach diesen Ueberresten, dass auch hier, wie 
in der Baukunst, sich anfangs continentale Einflüsse geltend 
machten, wenigstens finden wir Statuen, welche in der weichen 
Grazie des Ausdrucks, der feinen Biegung des Körpers und den 
k) Vergl. bei Carter Specimens pl. 45 einen weiblichen Kopf aus dem 
Kreuzgange der Kathedrale von Lincoln von fast griechischer Schönheit und 
Idealität. Eben daher ist der beigefügte nach einem Gypsabgusse des 
Berliner Museums gezeichnete Charakterkopf.
        

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