Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967452
Grabmonunnente. 
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stüms oder durch individuellere Züge aus. aber auch das Bestre- 
ben nach Portraitähnlichkeit führt gewöhnlich nur zu einer Ue- 
berladung mit Runzeln, und in der Regel sind die Köpfe leer und 
unbestimmt, und die Körper völlig flach, symmetrisch, steif, von 
ermüdentler Monotonie. Für Costümkuntle und in genealogischer 
Beziehung wichtig sind sie von den englischen Archäologen mit 
grossem Fleisse gesammelt und pnblicirt, aber in künstlerischer 
Beziehung erwecken sie nur die Vcrtvunderung, (lass die eng- 
lische Nation diese stumpfe Behandlung geduldet und dass sich 
bei der häufigen Anwendung dieser Technik nicht geschicktere 
Hände dazu gebildet haben. 
Auch unter den Werken wirklicher Sculptur betrachten wir 
zuerst die Grabmontrmente, deren gerade aus dieser Epoche 
eine sehr bedeutende Zahl noch erhalten ist. ln keinem anderen 
Lande war dieser ernste Luxus soweit getrieben wie hier; Bitter, 
wohlhabende Bürger und Kaufleute, Pfarrgeistliche erhielten 
durchweg prachtvolle Platten oder Grabsteine, die in kostbarem 
Material oder mit vollen, in ihren Spuren 
 noch jetzt häufig erkennbaren lljarben 
  prangten; selbst in einfachen Dorfkirchen 
i";  am; finden sie sich oft in mehrfacher Zahl. 
 Bischöfe und Aebte und die Mitglieder des 
 höheren Adels forderten dann wie die der 
königlichen Familie, . hohe Sarkophage, 
 deren Wande man mit den Gestalten des 
 1"  'l'ranergef0lges oder anderem Bildwerk, 
 besonders mit Wappen schmückte, und die 
 j i X mit einem stolzen, über ihnen aufsteigenden 
fl  4 Baldachirl wie kleine selbstständige Ge- 
  bäude im Irlneren der Kirchen stehen. 
l  Qilli i 0 Man darf voraussetzen, dass zu solchen 
  ll  Prachtwerken die besten Meister gewählt 
fi  wurden und dass sie ihr Bestes thaten, 
l  j  allein dennoch gelang ihnen nicht, die 
  s.  Schönheit der Grabmonumente vom Ende 
 i" t der vorigen Epoche zu übertreffen oder 
Anne, de ymw auch nur zu erreichen. Anfangs, bis gegen
        

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