Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967402
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Englische 
Malerei. 
Genugthuung, Almosen und Fasten. Gehorsam und Geduld sind 
die Thüren, Beschaulichkeit, Devotion u. s. w. die Fenster; die 
vier Kardinaltugenden mit entsprechend bezeichneten Basen und 
Kapitälen stützen das Dach, auf welchem der Thurm aufsteigt, 
dessen Höhe als "Beharrlichkeit im Guten" erläutert wird. Ein 
anderes Blatt zeigt einen Cherub mit sechs Flügeln, welche zu- 
folge der Inschrift die sechs Actus darstellen, durch welche die 
gläubige Seele sich zu Gott erheben könne, die Liebe Gottes und 
die des Menschen, Bekenntniss und Genugthuung, Reinheit der 
Seele und endlich des Leibes; der Engel steht überdies auf einem 
Bade, dessen sieben Speichen die WVerke der Barmherzigkeit be- 
deuten. Andere Blätter enthalten die zwölf Artikel des Glaubens 
mit Propheten und Aposteln, die Kreuzigung in allegorischer Be- 
handlung des grünenden Kreuzesstammes als Baum des Lebens 
u. s. f. Am Schlusse des Codex folgen wieder Allegorien und 
lehrhafte Bilder, und zwar merkwürdiger Weise zum Theil ganz 
desselben Inhalts wie im Anfange, zum Theil aber auch andere. 
Besonders charakteristisch sind darunter die schon erwähnte Le- 
gende von den drei Lebenden und drei Todten, und dann die 
auch in anderen englischen Werken vorkommende Allegorie von 
dem Baume der Tugenden und dem der Laster. Die späteren 
Bilder sind übrigens in der Zeichnung geistloser und steifer als 
die der früheren, aber mit ebenso guter Technik und Farbe gemalt 
In einem anderen ebenfalls der Frühzeit des vierzehnten 
Jahrhunderts angehörigen aber nicht datirten Psalter des britti- 
sehen Museums (Regie 2, B. VII] , der zufolge einer darin ent- 
haltenen Inschrift ein Mal der Königin Maria zum Geschenk über_ 
reicht wurde, sind die Miniaturen nicht durch ihre allegorische 
Gedankentiefe, wohl aber durch die Lebendigkeit und Poesie der 
Auffassung, so wie durch die Schönheit der Zeichnung ausge- 
zeichnet. Das Buch beginnt als eine Bilderbibel, Welche ohne 
Text nur mit französischen Unterschriften auf einer Reihe von 
Blättern zwei Bilder auf jeder Seite die biblische Geschichte vom 
Sturze der Engel bis zur Ausgiessilng des heiligen Geistes, mit 
einer Fülle von feinen Zügen und neuen Erfindungen erzählt, 
Nach dem Brudermorde sucht Cain die Leiche Abels mit Blättern 
zu bedecken, bei der Ankündigung; der Sündfluth hält der Engel,
        

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