Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967348
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Englische 
Malerei. 
bezeichnet nur ein leichtes Bärtchen als den ältesten, und del- 
jüngste der Söhne, welcher erst 1355, also während oder kurz 
vor der Arbeit geboren war, ist nur ein Miniaturbild seiner Brii- 
der, in gleicher Rüstung, aber kleiner, und auf einem Klotze oder 
Steine kniend, um gleiche Höhe mit ihnen zu erreichen. Ueber 
den Prinzen war die Anbetung der Könige dargestellt, über den 
Damen die Präsentation im Tempel und daneben die Geburt mit 
der Anbetung der Hirten in sehr kleiner Dimension und in einer 
Art perspectivischer Zeichnung, wie wir sie in den liliniatureu 
und in dem gleichzeitigen Relief des Jean Ravy in Paris bei dem- 
selben Gegenstande finden. Weiterhin war die Anordnung der 
Malereien die, dass zunächst am unteren Theile der Wand zwi- 
schen den XVandarcaden Engel in reichgesticktem Kleide in voller 
Vorderansicht standen, etwa vier Fuss hoch, mit leisen Ver. 
schiedenheiten der Züge und der Färbung, aber mit gleiche;- 
Stellung, nämlich so dass sie mit beiden Händen einen reich mit 
Wappen geschmückten Teppich hielten, gleichsam dem Besuche;- 
der Kapelle entgegen  Oberhalb des dieses Basament ab.. 
schliessenden Gesimses waren dann historische Gemälde ange- 
bracht und zwar unterhalb jedes der viertheiligen Fenster zwei 
Reihen von je vier Feldern, zusammen also unter jedem Fenster 
acht. Die Dimension dieser Bilder, deren unterer Rand zehn Fuss 
über den Boden lag, war sehr beschränkt, die Figuren erreichten 
nur eine Höhe von etwa einem Fuss. Um so grösser war aber 
die Zahl der Gemälde, ausser jenen Bildern der königlichen Fa- 
milie etwa 46 Engel und Heilige von vier bis fünf Fuss Höhe, 
dann jene historischen Bilder, vermuthlich 64, endlich in der ar- 
chitektonischen Wandbekleidung an gewissen Stellen noch etwa 
'72 Heilige und Engel, so dass der ganze, durchweg mit Gold 
und Farben bedeckte und Wohlgegliederte Raum einen überaus 
reichen Anblick gewährt haben muss. Bei der Aufdeckung im 
Jahre 1800 Waren aber ausser den Bildern der königlichen Fa- 
milie nur die Gemälde der daran angränzenden Abtheilung er- 
halten, welche, wie Beischriften und lateinische Verse ausser 
Zweifel setzen, auf der einen Seite die Geschichte des Hiob, auf 
 Abbildungen dieser Engel bei Britton Archit. Antiqu. V01. V und in 
dem angef. Werke von Brayley and Britton.
        

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