Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967320
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Englische 
Malerei. 
sprochen haben, und glücklicherweise sind uns Rechnungen und 
Documente über sie erhalten, welche nicht blos den grossen Um- 
fang dieser Arbeiten und den Werth zeigen, welchen der König 
auf ihr Gelingen legte, sondern auch sonst Wichtige Aufschlüsse 
geben. Vor Allem interessirt es uns, dass die grosse Zahl von 
Künstlernamen, die wir darin treffen, sämmtlich ihren englischen 
Ursprung darthun oder vermuthen lassen. Die Oberleitung war 
einem gewissen Hugo von St. Albans, aus dem nicht weit von 
London gelegenen Flecken, anvertraut, den der König in den Ur- 
kunden seinen geliebten Meister nennt und den er ermächtigt, 
Maler und andere VVerkleute anzunehmen oder durch die Sherifs 
gewisser Provinzen herbeischatfen zu lassen. Aber neben ihm 
kommen andere Meister vor, welche gleiche oder höhere Besol- 
dung erhalten und mithin nicht weniger geachtete Künstler ge- 
wesen sein müssen; so ein Magister Johannes de Coton, ein 
Maynard und später ein John Barneby, dessen Tagelohn sogar 
das Doppelte von dem des Hugo von St. Albans betrug. Nur 
einige Gehülfen für mehr technische Leistungen sind Ausländer. 
Der Verfertiger des Firnisses, Louyn de Bruges, stammt schon 
aus der Stadt, deren Name bald darauf durch die Schule der 
Eycks so grosse künstlerische Berühmtheit erlangte, VVilhelnr 
Allemand vergoldet und John de Alemayne liefert das Glas. Aber 
der oberste Meister unter den Glasmalern ist wieder ein Eng- 
länder, Magister Johannes de Chesterik). Die Malereien selbst, 
zu deren Ausführung diese Künstlersehaar einen Zeitraum von 
acht bis neun Jahren (1350  1358) brauchte, sind leider nicht 
auf uns gekommen. Die Wände der Kapelle, welche wie schon 
erwähnt zu den Sitzungen des Parlaments diente, waren durch 
Tafelwerk und amphitheatralische Sitze so bedeckt, dass man 
von ihren Malereien keine Ahnung hatte, bis dieselben im Jahre 
1800 bei Gelegenheit einer baulichen Aenderung theihveise er- 
halten zum Vorschein kamen und nun sofort auf Veranstaltung- 
der Gesellschaft brittischer Antiquare gezeichnet wurden. Seit- 
dem ist nun gar in Folge des grosseir Brandes von 1834 die 
Kapelle gänzlich xiiedergerissen, so dass jetzt diese Zeichnun- 
 Vergl. 
History nf tl 
Smith, Antiquities of Westminster, 1807. Brailey and Britton, 
xe ancient palace of Westminster, 1836. Eastlake a. a. O. S. 52 ff.
        

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