Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967316
Prachtliebe 
Edual-(Ps 
III. 
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Verkehr dieser Epoche, den wir schon kennen, und wir finden 
ebenso Nachrichten von englischen Kunstwerken, die nach dem 
Festlande gesendet, und von englischen Künstlern, die dort be- 
schäftigt wurden Jedenfalls aber ergeben sowohl die erhal- 
tenen Werke durch ihren spezifisch brittischen Typus als ur- 
kundliche Nachrichten, dass die meisten wirkenden Künstler ein- 
heimische waren, und dass diese selbst für die grossen künstle- 
rischen Unternehmungen des prachtliebenden Eduard's III. aus- 
reichten. Unter diesen war wohl keine bedeutender, als die male- 
rische Ausschmückung der Stephanskapelle im Schlosse von 
Westminster, von deren baulicher Pracht wir schon früher ge- 
i) Das letzte ist uns freilich nur ein Mal bekannt und zwar durch eine 
Notiz in den Rechnungen der Grafen von Savoyen, zufolge welcher ein 
Magister Guglielmus Anglicus im Jahre 1357 ein lebensgrosses Wachsbild 
der Gräfin für den Dom von Lausanne machte und dafür neben der Liefe- 
rung von 334 Pfund Wachs die Bezahlung von 64 francs erhielt. Cibrario, 
Economia politica, Vol. III und Eastlake Materials pag. 47 nach einem 
Briefe des Baron Vernazza. Dieselben Rechnungen ergeben, dass ein früherer 
Graf im Jahre 1307 in London zwei Tafelbilder und zwar mit der Dar- 
stellung der Legende von den drei Todten und drei Lebenden für den nicht 
unbedeutenden Preis von 353 francs ankaufte, wobei zwar nicht ausdrücklich 
gesagt, aber doch wahrscheinlich ist, dass der Maler ein Engländer war. 
Zwei andre Fälle beziehen sich auf Bildwerke in Alabaster. Zufolge einer 
Urkunde vom Jahre 1382 gab nämlich König Richard II. dem Cosmo Gentile, 
einem Qollector des Papstes, der nach Italien zurückkehrte, Ausfuhrerlauhniss 
undßgijlfreiheit für eine Menge von Gegenständen und darunter auch für „tres 
ymagines de Alabaustro magnae formae", eine Jungfrau, St. Petrus und 
St. Paulus, und für ein kleines Bildwerk mit der Trinität (Rymer Foedera 
ed. 1740 Vol. III, pag. 139) und im Jahre 1408 ertheilte sein Nachfolger 
(daselbst Vol. IV, pag. 125) eine gleiche Erlaubniss für die Ausfuhr eines 
Grabmals in Alabaster, welches seine Gemahlin ihrem ersten Ehegatten dem 
Herzoge Johann von Bretagne in Nantes errichten lassen wollte, wobei die 
Verfertiger des Werkes, welche dasselbe begleiten sollten, Thomas Colyn, 
Thomas Holewell und Thomas Poppenhowe als Unterthanen des Königs 
bezeichnet werden. In diesem Falle ist also ausdrücklich ausgesprochen, 
in delir andern nicht zu bezweifeln, dass es Werke brittischer Künstler 
waren; über den Kunstwerth und die Anerkenntniss des Auslandes ergeben 
(lagegen beide Fälle nichts, da das Grabmal nicht von Nantes aus gefordert, 
sondern von der Königin von England gestiftet, und da auch jene Statuen 
schwerlich von dem Collector gekauft, sondern wahrscheinlich ein schon 
wegen seines Stoffes werthvolles und daher nicht zurück zu lassendes Ge- 
SCllßllk WQIGII.
        

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