Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-967133
unter 
burgunmlischer 
Herrschaft. 
573 
1384 der Bildhauerarbeit an den Gräbern in der Karthause vor- 
steht und viele Gehülfen unter sich hat, so ferner Jean Malouel, 
welcher zwar erst seit 1405 in den Rechnungen des Herzogs als 
Maler und Kammerdiener Pension erhält, aber schon 1396 fünf 
Altäre in der Karthause vergoldete, 1402 im Kreuzgange der 
Karthause malte und 1407 ein Altarbild, die Jungfrau mit den 
beiden Johannes und anderen Heiligen, ausführte. Auch ein Köl- 
nischer Maler kommt ein Mal vor, ein Hermann de Coulogne, 
der an Malouelis Arbeiten von 1402 Theil nimmt. Dijon selbst 
erzeugte Künstler, ein Peirin von Dijon malte 1398 in der Bi- 
bliothek des Herzogs von Orleans" zu Paris, während anderer- 
seits der Herzog von Burgund in demselben Jahre daselbst noch 
Miniaturen ausführen liess de). Aber die Niederländer gewinnen 
doch zuletzt den Vorrang, namentlich unter den Bildhauern. An 
ihrer Spitze steht Claux Sluter, der durch einen langen Auf- 
enthalt in Dijon ganz einbürgerte; schon 1384 arbeitet er an den 
älteren Grabmonumenten der Karthause unter Jean de Manne- 
ville, bei dessen Tode 1390 ihm die Oberleitung anvertraut wird; 
1393 ernennt ihn der Herzog zum varlet de chambre, 1404 hat 
er eine Kreuzigung für das Kloster gemacht, die ihm eine ausser- 
ordentliche Gratitikation verschafft, und zugleich räumte ihm 
das Kapitel in Anerkennung seiner angenehmen Dienste lebens- 
länglich eine Stube im Kloster ein. In der Urkunde über diese 
Vergünstigung ist er Claux Sluter de Orlandes genannt, was mit 
einer in dieser Zeit gewöhnlichen Verstümmelung und ungenauen 
Schreibart seinen Ursprung aus Holland ausser Zweifel setzt. 
Noch in demselben Jahre schloss er denn auch den Contract über 
sein, zum Glücke uns erhaltenes Hauptwerk, das Grabdenkmal 
des so eben verstorbenen Herzogs Philipp des Kühnen. Theil- 
nehmer des Contracts War sein Neffe Claux de Werne (auch 
van den Verbe oder Verwe, und selbst de Vouzonne genanntäßät), 
I] Alle diese Notizen bei de Laborde a. a. 0.; die letzte Tome I im Re- 
gister s. v. Donnedieu, die meisten anderen zunächst unter den Künstlernamen, 
Peirin von Dijon, Torne III, Nro. 5805. 
M) Ein Bildhauer Thierrion Voussonne arbeitete schon 1387 in der Kart- 
hause, und es ist möglich, dass der Neffe des Sluter von ihm, etwa als Erbe 
seiner Werkstätte, den Beinamen erhielt. Ob Jacob de Baerze auch an dem
        

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