Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966813
Zehntes 
Kapitel. 
Französisch - niederländische 
Plastik 
und 
Malerei. 
Wenn wir bei der Architektur die Niederlande im Anschluss 
an Frankreich betrachteten, so berechtigte uns dazu die Ver- 
wandtschaft der Formen, welche sich aus dem Einflusse des 
grösseren und in diesem Kunstzweige weiter vorgeschrittenen 
Volkes auf das kleinere genügend erklärte und eine gewisse 
Selbstständigkeit des letzteren nicht ausschloss. Auch hier, bei 
den darstellenden Künsten, müssen wir beide verbinden, aber aus 
ganz anderem Grunde, indem nicht eine blosse Verwandtschaft 
und ein loser Zusammenhang es gestattet, sondern der innere, 
künstlerische Verkehr beider und das allmälige Vorherrschen] 
und zwar der kleineren über die grössere Nation uns dazu ilöthigt. 
Die gewöhnliche Erklärungsweise führt auch dies Ereigniss 
auf die äusseren Schicksale beider Länder zurück, auf den ver- 
derblichexi Krieg in Frankreich, den Handelsreichthum der nie- 
derländischen Städte und den Einfluss der beiden Ländern ange- 
hörigen burgundischen Herzöge. Allein alle diese änsseren Ur- 
sachen waren höchstens mitwirkende. Auch die niederländischen 
Städte hatten, besonders bis zur Feststellung der burgundischen 
Herrschaft, von Kriegen und inneren Unruhen zu leiden, und jene 
Herzöge würden vermöge ihrer französischen Herkunft und ihres 
beständigen Zusammenhanges mit Frankreich eher ihrer Vater- 
ländischen, als der Kunst ihrer neuen Provinzen den Vorzug ver- 
schafft haben, wenn jene dessen fähig gewesen wäre. Dass 
endlich der Krieg in Frankreich nicht so verderblich wirkte, wie 
man gewöhnlich glaubt, haben wir schon an der Architektur ge-
        

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