Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966585
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Deutsche 
Malerei. 
chen, die Richtung auf das Weiche, Amnuthige. Zarte entschie- 
dener und einseitiger als die gleichzeitigen Kölnischen XVerke. 
Es bleibt uns unter den Zweigen malerischer Technik nur 
noch die Glasmalerei zu betrachten, welche gerade in dieser 
Epoche in Deutschland erst recht zu ihrer Blüthe kam und eifrigst 
gepflegt wurde. Sie ist die natürliche Begleiterin der reichen go- 
thischen Architektur, theilte ihre Schicksale und also auch die 
Gunst, welche diese jetzt erfuhr; es war als 0b man in Deutsch- 
land die Lauheit, mit welcher man beide in der vorigen Epoche 
aufgenommen hatte, durch gesteigerte Vorliebe gut machen 
wollte. Daher sind denn auch ungeachtet aller Zerstörungen 
Glasgemälde dieser Epoche noch jetzt ziemlich zahlreich. Am 
Rhein sind vor Allem die prachtvollen Fenster des Kölner Dom- 
chores zu nennen, welche in ihrer dunkeln Farbengluth den archi- 
tektonischen Zweck auf das schönste erfüllen, aber eben deshalb 
auf eine durchbildete Zeichnung geringere Ansprüche machen; 
dann die sehr ausgezeichneten, etwa der Mitte des vierzehnten 
Jahrhunderts angehörigen der Katharinenkirche zu Oppenheim, 
und die des Strasburger sowie des Freiburger Münsters. Edel- 
sten Styles sind dann die der Klosterkirche zu Königsfelden in 
der Schweiz, welche bekanntlich nach dem schmachvollen Tode 
Kaiser AlbrechPs von seiner Schwester, der Königin Anna, ge- 
stiftet, im Jahre 1320 schon vollendet War und wahrscheinlich 
auch um diese Zeit ihre Glasgemälde erhalten hat. Sie sind also 
denen des Kölner Domes gleichzeitig, aber von grösserer und 
feinerer Zeichnung der Figuren. Auch in der Kirche zu Frei- 
burg im Uechtlande sind ähnlich bedeutende Glasmalereien. In 
Schwaben enthält der Dom zu Augsburg a?) neben früheren auch 
Glasmalereien sowohl vom Anfange als vom Ende dieser Epoche. 
Auch der Regensburger Dom besitzt noch prachtvolle Glasge- 
mälde, und in der Sebaldskirche zu Nürnberg wird das Tuche- 
a) Abbildungen in Farbendruck aus Köln und Oppenheim in den Pracht- 
werken von Boisseräe und Müller, kleinere und farblose in den früher an- 
geführten architektonischen Werken über die betreffenden Kirchen. Vergl. 
Kugler kl. Sehr. II, 323 über rheinische Glasmalerei, und. III, 758 über Augs- 
Eburg.  Vortreffliche Zeichnungen der schweizerischen Glasmalereiei] im Mu- 
zseum der antiquarischen Gesellschaft zu Zürich.
        

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