Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966562
.516 
Deutsche 
Malerei. 
nach. Sorgfältiger ausgearbeitet sind dann die Miniaturen in 
einer Handschrift des VVilhelm von Oranse, Welche, jetzt in 
der Bibliothek zu Cassel befindlich, laut Inschrift auf Befehl des 
Landgrafen Heinrich im Jahre 1334 geschrieben und von ihm so 
werth gehalten wurde, dass er ihre Entfernung von seinem lI0f- 
lager und ihre Veräusserung seinen Erben untersagte. Es sind 
colorirte Federzeichnungen auf theils goldenen, theils schachbrett- 
oder tapetenartigen Hintergründen, zwar nicht ohne liebenswür- 
dige Naivetät, aber doch noch nicht mit dem freien Zuge der 
Linie, den schon die Bilder im Kölner Domchore haben, und be- 
sonders im Ausdruck der Empfindung noch mit der steifen Zier- 
liehkeit, welche am Ende des dreizehnten Jahrhunderts an die 
Stelle der früheren Derbheit trat Später, gegen das Ende des 
Jahrhunderts, finden wir überall Anklänge an die uns bekannten 
Typen der Kölner Schule. So, ausser dem bereits obenerwähn- 
ten, in VVestphalen gemalten Codex der Weltchronik des Ru- 
dolph von Hohcnems von 1383, in der wahrscheinlich etwas 
jüngeren lateinischen Bibel in der öffentlichen Bibliothek zu Stutt- 
gart, wo die phantastischen Gestalten auf dem Rankenwerk der 
Blattseiten mit ihrem wirklich geistreichen Humor an die freilich 
viel älteren ähnlichen Figuren der obenerwähnten Fresken des 
Kölner Domehores , die Figürchen in den Initialen aber mit ihren 
rundlichen Köpfen und dem weichen Fall der Gewänder an die 
Schule Meister Wilhelm's erinnern 9M). In einem, den Psalter 
und andere biblische Bücher in deutscher Sprache enthaltenden 
Codex der Bibliothek zu Heidelberg, der schon aus dem Anfange 
des fünfzehnten Jahrhunderts und aus Oberdeutschland stammt, 
erkennt man den Einfluss der Kölner Schule nicht blos. in der 
Zeichnung und in den Motiven, sondern auch in dem Aufsetzen 
Weisser Lichter. Endlich giebt dann ein kleines niederdeutsches, 
aus der Diöcese Hildesheim stammendes Gebetbuch, jetzt im Be- 
sitze des königlichen Museums zu Berlin, eine nähere Bestim- 
mung der Zeit und des Umfanges dieses Einflusses. Es muss 
nämlich, wie eine darin befindliche Inschrift ergiebt, im zweiten 
Kugler kl. 
Sehr. I, 53, mit zwei Zeichnungen. 
Kugler kl. 
Sehr.
        

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