Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966553
Sachsen. 
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gen ihrer älteren Malereien schon früher erwähnten) Lieb- 
frauenkirche- so besonders eine Darstellunv des T  
n 5 Ü eS de] 
Maria im Kreuzsehide, über dem Eingauge der sogenannten Ca- 
pella sub claustro, und ferner die Gewölbmalerei in der ehema- 
ligen Barbarakapelle , Gott Vater im päpstlichen Ornate und die 
Jungfrau von Heiligen und Engeln umgeben, unter denen einige 
wiederum überaus lieblich sind. Diese letzten stammen wahr- 
scheinlich aus der Stiftung eines Domherrn von Mahrenholz vom 
Jahre 1435, so dass wir also auch hier um diese Zeit einen 
Meister antreffen der aus ehend von der Tendenz der Kölner 
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Schule nun seine ei enen Weve versucht.  
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Ungefähr dasselbe Resultat wie die Betrachtung der grös- 
seren Gemälde, geben auch die bliniaturen, von denen ich 
ausser den bereits oben erwähnten nur noch einige der datirten 
oder wichtigeren zusammenstellen Will. Die ältesten der Zeit 
nach finden sich in einem für den Erzbischof Balduin von Trier, 
dem Bruder Kaiser Heim-ich's V11. angelegten Copialbuche, d. i. 
einer Sammlung von Abschriften wichtiger Urkunden, mit einge- 
bundendi), und enthalten, wie die Inschriften ergeben, die Haupt- 
momente aus dem Leben dieses Kirchenfürsten, unter anderen 
auch den unglücklichen Heereszug nach Italien, auf Welchem er 
seinen kaiserlichen Bruder begleitete. Sie zeigen durch ihre An- 
ordnung die Absicht, die Macht des Erzbischofes und selbst den 
Glanz seines Hofhaltes zu versinnlicherl, und bildeten Wahr- 
scheinlich die Skizzen zu vVantigenlälden desselben Inhaltes, 
welche er nach einer Chronikennachricht in seinem Palaste zu Trier 
ausführen zu lassen beabsichtigte im). Daraus würde sich er- 
klären lassen, dass sie selbst nur leicht angetuscht und selbst 
ziemlich roh gezeichnet sind, allein auch ihre Compositionen 
sind steif und geistlos, und stehen den Wandmalereien von Ra- 
mersdorf, denen sie etwa gleichzeitig sein werden, bedeutend 
3') Im Provinzialarchiv in Coblenz bewahrt; vergl. Kugler kl. Sehr. II, 345 
und Passavant im Kunstbl. 1846, Nro. 41.  Ein Facsimile der Zeichnungen 
ist unter dem Titel: Gesta Balduini herausgegeben. 
M) Ob es geschehen, lässt die Chronikenstelle (bei Pez, Script. I, 909) 
zweifelhaft. 
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