Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966547
514 
Deutsche 
Malerei. 
Vorzug der Nachbildung unmittelbar Kölnischer Vorbilder, viel- 
leicht nur dem Umstande, dass das Talent ihres Urhebers nur für 
einzelne Gestalten, nicht für historische Compositionen ausreichte. 
Reich an Ueberresten aus dieser Epoche ist Erfurt, mei- 
stens freilich an plastischen, doch haben sich auch einige Werke 
der Malerei erhalten, welche wiederum die Annäherung an Köl- 
nische Schule, aber doch mit localen Eigenthümlichkeiten be- 
weisen. Das bedeutendste unter ihnen sind die Gemälde eines 
neu hergestellten Altars der Augustinerkirche (sogenannten Reg- 
lerkirche), vier Tafeln, jede mit drei Heiligen, alle auf Goldgrund 
zwischen Sandsteinsäulchei] und unter einer Gallerie, in welcher 
Halbüguren von Propheten und Engeln angebracht sind. Die 
leichte Pinselführung, der Farbenschmelz und der bald lächelnde, 
bald sehnsüchtige Ausdruck der Gestalten erinnern an Meister 
Stephan, die Zeichnung der schlanken, schmalschulterigen Kör- 
per mit zu kurzen Armen und zu langen Händen und der schöne 
Faltenwurf an die Schule Meister Wilhelm's, während doch ein 
eigenthümlicher Reiz ungeachtet der technischen Unvollkommen- 
heiten anzieht Auch der Hauptaltar der Barfüsserkirche, in 
der Mitte Schnitzwerk der Krönung Mariä nebst einer Darstel- 
lung aus dem Leben Christi, auf den Flügeln die gemalten Alm- 
stel, trägt Kölnische Züge, wenn auch ohne die Vorzüge des 
ersterwähnten Bildes. 
Auch in Halberstadt zeigen sich Spuren des Kölnischen 
Einflusses; eine Tafel mit der Jungfrau zwischen männlichen und 
Weiblichen Heiligen im Dome erinnert an Meister Wilhelm w). 
Bedeutender sind einige, freilich zum Theil nur in schwachen 
Ueberresten erhaltene WVandgemälde dieser Epoche in der (we- 
der Malerei I, 257. Seine Annahme, dass der am Fusse des Kreuzes neben 
dem Guardian kniende Mönch mit dem in bescheidener Abkürzung geschrie- 
benen Namen: Frater Hs. Dudstadens. den Maler darstelle, ist unzweifelhaft 
richtig, und eine nähere Beschreibung der anscheinend ungewöhnlichen sym- 
bolischen Bilder der Aussenseite wünschenswerth. 
k) Bei meiner Anwesenheit war diese Kirche in der Herstellung und das 
Bild unsichtbar"; auch Kugler (kl. Sehr. II, 28] scheint nur das spätere Altar- 
werk Wohlgemuthscher Schule gesehen zu haben, so dass Hotho a. a. 0. S. 
443 meine Quelle ist. 
"Ü Förster, Denkmale der Bildnerei, Band V.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.