Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966473
Schwaben. 
507 
die Malereien in der St. Veitskirche zu Mühlhausen am 
Neckar, zunächst schon dadurch, dass sie zwei verschiedenen 
Schulen angehören. Das Kirchlein wurde, wie die Inschrift Über 
der Thür erzählt, im Jahre 1380 von einem Ritter Reinhard von 
Mühlhausen, der Bürger von Prag geworden war und daselbst 
wohnte, gestiftet, und augenscheinlich hat er ein darin beiind- 
liches Altargemälde mit den Gestalten der Heiligen Veit, Wen- 
zel und Sigismund, also lauter in Böhmen besonders verehrter 
Heiliger, und auf der Aussenseite neben evangelischen Geschich- 
ten mit dem Bildnisse des Stifters, von seinem Wohnorte herge- 
schickt; denn es hat völlig die Züge der Prager Schule, die 
bräunliche Farbe, die schweren Gesichtsformeil und die spär- 
lichen Falten.  Dagegen sind die reichhaltigen Wandgemälde, 
welche Schilf und Chor vollständig mit biblischen und legende- 
rischen Geschichten füllen, ganz andern Styles, mehr den Wer- 
ken der früheren Kölner Schule entsprechend, und also ohne 
Zweifel von einheimischen schwäbischen Künstlern gemalt Siß 
sind mit kräftigem Pinsel -rasch ausgeführt, ohne besonderes 
Kunstverdienst und grosse Tiefe, aber doch nicht ohne einzelne, 
wirklich schöne Gestalten und überall mit religiöser Innigkeit  
Demnächst sind die in der alten Stiftskapelle des ehemaligen Klo- 
sters Kirch h eim im Ries (in der Nähe von Nördlingen) vor eini- 
gen Jahren aufgedeckten Wandgemälde evangelischer Hergänge 
und einzelner Heiligen zu nennen, weil sie die Jahreszahl 1398 tra- 
gen, indessen fehlt es an näheren Nachrichten über ihre stylisti- 
sche Beschaffenheit Schon vom Jahre 1424 sind dann zwei 
Wandgemälde in der Klosterkirche von Maulbronn, wie die aus- 
führliche Inschrift ergiebt nicht von einem zünftigen Maler, son- 
Zahl 1348; Waagen, im Kunstblatt 1848, S. 246, las 1311 und dahinter eine 
VIII, welche er auf die Tage des Monats beziehen zu müssen glaubte. Wahr- 
scheinlich wird indessen die Schrift MCCOXLVIII lauten und nur der untere 
Strich des L wie so oft undeutlich geworden sein.  Wandmalereien aus dieser 
Zeit sollen sich auchin der Barfiisserkirche zu Lindau befinden. 
a) Grüneisen im Kunstblatt 1840, 
Malerei I, 200 und 223. Passavant a. a. 
II, 226. 
96. 
207. 
Kugler, Geschichte der 
Waagen, Deutschland, 
Vergl. 
den Bericht im Kunstblatt 1847, Nro. 4.
        

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