Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966377
Der 
lmhofPsche 
Altar. 
497 
2' 6" breit) enthält die Krönung der Jungfrau und zwar blos 
Christus und Maria ohne N ebenfiguren auf einer von goldbroka_ 
tenem Teppich bedeckten Bank sitzend, jener selbst bekrönt und 
dieser die Krone aufsetzend; von den inneren Flügeln sind zwei 
Apostel, jeder mit zwei Mitgliedern der Familie des Stifters er- 
halten, von den Aussenilügeln sechs andere Apostel, diese nicht 
auf Gold, sondern auf blauem Grunde. Die Körperverhältnisse 
sind schlank und noch ganz wie bei den sitzenden Gestalten der 
Frauenkirche mit überwiegender Länge der oberen Hälfte, die 
Gewänder fallen im Weichen Fluss einfacher Linien, die Köpfe 
haben länglich ovalen Umriss, der der Jungfrau mit hoher Stirn 
und kleinem Munde ist von einer Feinheit der Linie, wie man sie 
in dieser Schule nicht leicht ein zweites Mal antreffen wird; die 
Hände, obgleich kräftiger gebildet als bei der älteren Generation 
Kölniseher Maler, haben noch die dort gewöhnliche Zuspitzung. 
Zwar ist das Kolorit bräunlicher, der Farbenauftrag pastoser als 
bei MeiSißr Wilhelm; die Körper sind völliger, der Knochenbau 
ist unter den Gewändern erkennbar, die Muskeln z. B. unter den 
Augen der Jungfrau und am Halse Christi bestimmter gezeichnet, 
die Apostel der Seitenbiltier haben sogar schon genreartige Züge 
mit breiten Backenknochen und derben Nasen. Aber in den In- 
tentionen, in der erstrebten Verbindung von Milde und Ernst, in 
der ganzen Stimmung und Linienführung ist eine Verwandtschaft 
mit jenen älteren Kölnern unverkennbarät). Auch die Schwächen 
sind dieselben; die Apostel ungeachtet ihrer vulgären Form und 
Selbst die knienden Glieder der Imhoffsehen Familie sind durch- 
aus allgemein gehalten ohne eine Spur von Portraitähnlichkeit, 
und die Zeichnung des Nackten in der auf der Rückseite der 
Tafel gemalten Pietas (Christus als Leiche im Sarge von Maria 
und Johannes gehalten, ein hier beliebter Gegenstand) ist über- 
aus schwach. Fragen wir nun nach der Entstehung des Bildes, 
so hat man sie früher wegen der Verwandtschaft mit den Sculp- 
turen Schonhovers in eine dem Jahre 1361 nahe Zeitw), später 
ü) Abbildungen im Sammler für Kunst und Alterth. in Nürnberg 1824- 
1826, Heft 1 und 2, bei Förster a. a. O. S. 199, bei v. Rettberg, Nürnbergs 
Kunst S. 49 , sämmtlich nur von allgemeiner Richtigkeit. 
33') So Waagen a. a. 0. S. 164, welchen ausser dem ("im Sammler f. Kunst; 
VI. 32
        

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