Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966336
Sebald 
Schonhover. 
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Kurfürsten Deutschlands und die damals beliebte Gruppe der 
neun „guten Helden", nämlich der drei jüdischen, Josua, David 
und Judas Makkabäus, der drei heidnischen, Hector, Alexander 
und Julius Cäsar, und der drei christlichen, Chlodowig, Karl des 
Grossen und Gottfried von Bouillon. Der Witterung und äusse- 
ren Angriffen mehr ausgesetzt, hatten diese Statuen so sehr ge- 
litten, dass sie fast durchweg erneuert oder doch restaurirt sind. 
Eine stylistische Aehnlichkeit mit den Statuen der Frauenkirche 
ist indessen auch so noch übriggeblieben. 
Der Schule Meister Sebaldis oder der Anregung, die seine 
Auffassung gab, kann man die zahlreichen und mehr oder Weni- 
ger guten Bildwerke aus dieser Zeit zuschreiben, die sich im 
Aeussern und Innern der Kirchen und selbst als Standbilder an 
Privathäusern Nürnbergs finden, aber freilich seinen eignen Ar- 
beiten sehr nachstellen. Der eherne 'l'aufkessel der St. Sebald- 
kirche, welcher der Sage nach schon zur 'l'aufe König Wenzels 
gedient haben soll, ist zwar sehr guter Form und tüchtiger Ar- 
beit, aber doch ohne grosses plastisches Verdienst, und selbst 
die klugen und thörigten Jungfrauen an der Brautpforte der Se- 
balduskirche, Welche bald nach der Vollendung des Chores dersel- 
ben, also gegen das Ende des vierzehnten Jahrhunderts, entstan- 
den sein werden  sind zwar bewegt und nicht ohne Gefühl und 
Reiz, gehören aber doch in der Gleichförmigkeit der Gesichter 
und der hergebrachten Motive der alten Schule an, und werden 
von manchen älteren Darstellungen desselben Gegenstandes, na- 
mentlich von der an einem nördlichen Portale des Magdeburger 
Domes, welche doch wohl ein Menschenalter eher entstanden ist, 
in der Tiefe des tragischen Alfectes übertroffen. 
Dass die Bildwerke Schonhovers bald und unmittelbar zur 
Hebung der Malerei gewirkt hätten, lässt sich nicht nachweisen. 
Das einzige im) malerischer Technik und den nächsten Decennien 
nach Schonhovers Wirksamkeit angehörige Werk, einige etwa 
um 1375 entstandene Teppiche in der Lorenzkirche, auf welchen 
a") Abbildungen bei Förster. 
w) Das von Waagen a. a. 0., S. 311 erwähnte Epitaphbild in Heilsbronrx 
vom Jahre 1365 ist am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts zu stark übel-malt, 
um hier geltend gemacht zu werden.
        

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