Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966198
Nicolaus 
Wurmser. 
479 
Beide Künstler blieben dann neben einander in der Gnade ihres 
Herrn, denn in Urkunden von 1360 und 1367 erhalten dort Ni- 
colaus. hier 'l'he0derich Abgabenfreiheit von Grundstücken in 
Morzin zur Irlerrschaift Karlstein gehörig. Es scheint daher, dass 
sie sich in der Nähe seines Schlosses angekauft haben und dass 
der Kaiser dies unterstützt; auch wird in jenen Urkunden selbst 
Nicolaus im Allgemeinen aber sehr warm gerühmtiii), und Theo- 
derich ausdrücklich wegen der ßfeierlichen" Malerei (solemnis 
pictnra) belebt, welche er in der Königlichen Kapelle zu Karl- 
stein ausgeführt habe. Standen hiernach der Deutsche und der 
Böhme in der kaiserlichen Gunst einander gleich, so war jeden- 
falls im Ganzen das deutsche Element vorherrschend; die Proto- 
kolle der Gilde, in welcher die Maler mit den Bildhauern, Glaser-n 
und Goldschlägern verbunden waren, sind in deutscher Sprache 
verfasst und erhalten erst im Jahre 1480 eine böhmische Ueber- 
Setzung mk). Zweifelhafter ist es , in wie weit auch ein italieni- 
scher Einfluss auf die Prager Schule einwirkte. Karls Sorge für 
künstlerischen Schmuck zog gewiss viele fremde Künstler herbei; 
'l'eppichweber liess er sogar aus dem muhammedauischexi Orient 
kommen 3952i), und die Arbeiter des schon erwähnten Mosaiks 
am Dome waren zuverlässig Fremde, wahrscheinlich Italiener-H. 
Ueber die Anwesenheit italienischer Maler in Prag haben 
wir zwar keine ausdrückliche Nachricht , und die Bilder des 
 "Consideratis multipliribus meritis probitatis nec non üdelibus gra- 
tisque obsequiis, quibus dilectus nubis magister Nicolaus pictor familiaris 
noster nobis hactenus complacere studuit, et valet et poterit amplius in futu- 
rum." S. d. Urkunden selbst bei Pelzel, Gesch. v. Böhmen II, 751. DlabaCZ, 
Kiinstlerlexikon II, 422. Auch Murr Journal XV, 27. 
 Fiorillo a. a. 0., 128 und Rieggefs Materialien zur alten und neuen 
Statistik von Böhmen (1788). Bd. III, Heft 6, S. 119. 
VW") Pelzel a. a. O. II, 823, bei Fiorillo S. 133. 
  S. oben S. 407. 
 Mit Unrecht hält Fiorillo a. a. O. den Franziscaner Johannes de 
Marignola für einen Künstler. Er war ein gewandter Abenteurer, der im Jahre 
1334 als Gesandter Pahst Benedicts Xll. an den Hof des Tartarchans gelangte 
und dort Gunst und Reichthümer erwarb. Wenn er bei Erwähnung dieser 
Reise in seiner sohwülstigen Chronik (bei Dobner, Monumente historica B0- 
hemiae II, 68 H.) von einer Kirche im Orient spricht, die er "egregiis pic- 
turis" ausgestattet habe, so wird er bei aller seiner Eitelkeit damit nicht eigene
        

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