Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-966053
Sculpturen 
nach 
1400. 
465 
Namen des Slifmers und die Jahreszahl 1435 ß) angiebt. Die 
vollen Formen, die zarten aber rundlichen Gesichter, das gelcckte 
Haar, der Weiche Fall der Gewänder mit eckig gebrochenen 
Falten, alles erinnert genau an das Dombild und lässt an dem 
Einfluss desselben nicht zweifeln, so dass hier, wo denn doch 
der Vorgang des Malers wahrscheinlich ist, jene Jahreszahl eine 
Bestätigung für unsere Datirung jenes Bildes giebt. 
Wir haben hiermit die Laufbahn der Kölnischen Kunst bis 
an die Gränzen dieser Epoche und bis dahin verfolgt, wo sie 
durch den Einfluss der Eyckischeu eine etwas veränderte Rich- 
tung annahm. Ehe wir uns nun dazu wenden, die anderen 
Schulen in ihrer Heimath aufzusuchen, mögen einige Nachrichten 
über den Zusammenhang der Kölnischen Werkstätten mit aus- 
wärtigen hier ihre Stelle finden.  
Schon die Schrcinsurkuildeil ergeben, dass Köln für eine 
Schule der Kunst galt, zu welcher begabte Leute aus weiter Ent- 
fernung kamen; denn da linden wir Maler nicht blos aus vielen 
näher gelegenen Orten, aus Aachen und Lüttich, Wesel und 
Essen, aus ltlünstereißcl und aus vielen kleinen Städten und 
Dörfern, sondern auch aus dem entfernteren Oberlande, aus Con- 
stauz und Memmingen, Heidelberg und Worms. Und doch 
haben diese Urkunden es nur mit solchen zu thun, welche sich 
in Köln niedergelassen und Vermögen erworben haben, während 
die grössere Zahl der Auswärtigen gewiss nach bestandener 
Lehrzeit in ihre Heimath zurückkehrte, und hier das in Köln Ge- 
lernte verwendete. Aber eben so oft mögen auch Kölnische 
Künstler ihr Heil auswärts versucht haben. Bestimmte Kunde 
davon haben wir nur in wenigen vereinzelten Fällen. Der eine 
fällt in eine sehr frühe Zeit, indem nämlich in einer zwar nicht 
urkundlichen, aber glaubhaften Nachricht ein Meister Hans von 
Köln, der sich in Chemnitz sesshaft gemacht hatte, als der Ver- 
fertiger eines 1307 aufgestellten Altarwerkes in dem benach- 
barten Dorfe Ehrenfriedersdorf genannt wird ab). Der zweite Fall 
 Kugler (kl. Sehr. II, 266) las 1439; ich lasse dahin gestellt sein, wer 
von uns beiden sich irrte. Jedenfalls ist auch diese Jahreszahl eine Prote- 
station gegen die Verweisung des Dombildes in eine spätere Zeit. 
"Ü Fiorillo, G. d. z. K. in Deutschland I, 481 ist geneigt, diesem „be- 
xühmten Maler und Bildhauer Hans von Köln" eine Reihe von Arbeiten in 
30
        

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