Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965847
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Kölner 
Schule. 
Inneren von Gebäuden verschwindet er auch wohl ganz, wo man 
dann aber das Gold, welches man als Gegensatz der dunkelen 
Farbe nicht gern entbehrte, in der Architektur etwa als Schmuck 
eines Altares, oder doch an Geräthen anbrachte. Denn die Kraft 
und Schönheit der Farbe war der vorzüglichste Gegenstand der 
Bestrebungen dieser Schule. Auch hier zwar finden wir diese 
Meister noch von den Principien ihrer Vorgänger abhängig, Sie 
behalten, selbst nachdem die Oelmalerei in Flandern erfunden 
war, noch immer die 'l'emperafarbe und die der Kölnischen 
Schule eigenthümlichen Glanzlichter bei, aber sie lieben tiefe, 
kräftige Farbentöne neben der lichten Carnation und wissen ver- 
möge der uns nicht genau bekannten Bindemittel dem Colorit 
eine Weiche und Harmonie und mit Hülfe von sorgfältig bereite- 
ten Oelfirnissen einen Glanz zu geben, welcher die Zeitgenossen 
bezauberte und in ausgezeichneteren und einigermassen erhalte- 
nen Werken noch jetzt Bewunderung erregt. Man kann nicht 
behaupten, dass durch diese Aenderungen die Kunst in jeder Be- 
ziehung gefördert sei; es sind Fortschritte im technischen und 
naturalistischen Sinne, die aber mit der Idealität, die man noch 
festhalten wollte, nicht völlig in Einklang stehen. Gewisse Vor- 
züge der älteren Schule, die Schönheit der Linie, die vollkom_ 
mene Einheit und Durchsichtigkeit des Gedankens gingen in der 
That verloren, aber einzelnen hochbegabten Meistern gelang es, 
diese Einbusse durch die neu erworbenen Vorzüge zu ersetzen, 
und jedenfalls eine mehr populäre Verständlichkeit zu erlangen, 
die ihnen noch heute bei der Mehrzahl der Beschauer den Vor- 
rang vor den älteren Meistern verschafft. 
In Beziehung auf das Chronologische der einzelnen Ge- 
mälde dieser Gruppe bestehen noch viele Zweifel, im Ganzen 
aber wird man mit ziemlicher Sicherheit annehmen dürfen, dass 
sie der Zeit vom zweiten Decennium des fünfzehnten Jahrhun- 
derts bis gegen die Mitte desselben angehören. 
Vielleicht ging auch dieses Mal noch, wie bisher, die Mi- 
niaturmalerei voran, wenigstens finden wir das früheste Beispiel 
dieses Styls in den Miniaturen eines in der Königlichen Biblio- 
thek zu Berlin laewahrteil niederdeutschen Gebetbnches, Welches 
nach der darin befindlichen Inschrift für Maria, Herzogin von
        

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