Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965799
Paradiesesbilder. 
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am Boden sitzen und mit einem Dritten, der sich zu ihnen an 
einen Baum gelehnt hiuabbiegt, sprechen. Maria goldgelben 
Haars in Weissem Gewande und blauem Mantel liest im Gebet- 
buche mit anmuthigster Eingebung, während das Kind auf der 
von einer Heiligen ihm hingehaltenen Zither mit zarter Hand 
spielt und einige Jungfrauen Kirschen pflücken oder Wasser ho- 
len. Es ist eine Paradiesesfreude von unschuldigster Phantasie 
lieblich ausgemalt. Aehnlich aber einfacher sind einige andere 
Bilder in kölnischen Privatsammlungen, so bei Dr. Dormagen 
eine Maria mit der Krone im grauen Mantel, vor der das Kind 
im Grase mit Blumen spielt, bei Merlo eine andere, Welche das 
auf weissem Tuche im Grase liegende Kind anbetet und eine 
kleine stehende Jungfrau mit dem Kinde ab), bei Weyer ein ähn- 
liches kleines Bild; endlich und besonders in "der Buhlschen 
Sammlung eine anmuthige Verkündigung und ein reizeudes mi- 
niaturartiges Bild, Maria mit dem Kinde schon in reicheren" Ge- 
sellschaft, Petrus und Paulus, die beiden Johannes, dann St. Georg 
und sieben weibliche Heilige, alle in verschiedenen Gruppen, 
symmetrisch aber (loch mit feinen Abwechselungen um die Jung- 
frau gnlppirtiiig-i), das Ganze in gelber lichter Färbung mit der 
leichten idealen Modellirung dieser ersten Generation. Daran 
reihen sich dann mehrere Bilder der Moritzkapelle in Nürn- 
berg iid-dß), namentlich vier Apostel, schlanke, hüftenlose Gestal- 
ten mit röthlichem Lockenhaar, dann zwei einzelne weibliche 
Heilige und endlich besonders das überaus liebliche Bild der 
Jungfrau mit dem Kinde, das hier eine Erbsenblüthe hält, lebhaft 
crinnernd an das ähnliche des Kölner Museums. 
Wir können die Meister aller dieser Bilder, obgleich sie aus 
verschiedenen Werkstätten hervorgegangen sein werden , unter 
dem Namen der Schule des Meisters Wilhelm zusammen- 
fassen, weil sie im XVesentlichen noch auf demselben Stand- 
punkte stehen, den schon der älteste dieser Reihe, der Meister 
des Clarenaltars einnahm. Es ist dieselbe Stufe der Ideali- 
1855, s. 
m) Abgebildet in Merlo's Nachtrage. 
w) Schon von Lübke im Deutschen Kunstbl. 1855, 
r-lml Abweichungen beschrieben.  
w") N. 14, 1, 8. Vergl. Waagen Künstler u. Krmstw. 
157 mit unwesent- 
Dld. 
168- 
473.
        

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