Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965747
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Kölner 
Schule. 
helmis anzugehörei) , dessen Schwächen es noch theilt, während 
das Gefühl für die Schönheit der Linie schon verloren ist  
Gelungener sind schon die Gemälde mit historischen Herr- 
gängen, in denen sich der Lebensdrang und die Naivetät der 
Zeit sehr günstig zeigen. Am Nächsten dem Clarenaltar, wenn 
auch von minder feiner Ausführung, steht ein kleiner Hausaltar 
aus einem Nonnenkloster in Andernach, auf dem Mittelbilde die 
Anbetung der Könige von liebenswürdigster Anmuth und Innig- 
keit M). Ein kleines Bild in der Sammlung des Stadtbaumeisters 
Weyer in Köln, Christus und Thomas, ist nicht ohne Verdienst 
und durch den charakteristischen Schwung der Linie des aufgeho- 
benen Arms anziehend, viel wichtiger aber, wenn auch von leich- 
terer Ausführung die inhaltreiche Tafel des Berliner Museums 
(No. 1224), welche in 35 sehr kleinen Bildern die Geschichte 
des Heilandes nebst einer Gruppe der Donatare enthält. Zwei 
Hände haben daran gearbeitet. Die oberste Reihe von sieben 
Darstellungen der Kindheitsgeschiclmte ist äusserst zart und lieb- 
lieh, wenn auch gewiss nicht von Meister Wilhelm und in ganz 
anderer Zeichnung; die Figuren sind auffallend kurz, die Ten- 
denz ist mehr naturalistisch naiv als ideal, die Linienführung 
ohne Adel, die Farbe voller, die Ausführung auch hier schon 
flüchtig, wenn auch nicht so wie auf den Bildern der anderen 
Reihen. Diese haben zwar dieselben Verhältnisse der Figuren 
und sind nicht minder reich an anmuthigeil, aus dem Leben ge- 
griffenen Zügenitötöe), dagegen sind die Coinpositionen mit Fi- 
guren überladen, die Ausführung roh, die Gesichtsbiltltmgcn im 
höchsten Grade gemein, die Bewegungen mariorlettenhaft. 
Einigermassen ähnlich ist eine Kreuzigung im Kölner 
Museum, welche zufolge des darauf betindlichen YVappens für 
m) S0 wenigstens muss ich nach der Abbildung der im Organ für christl. 
Kunst, Bd. VI, S. 261, mitgetheilten Zeichnung urtheilen. Wie der Verfasser 
der Notiz dabei an italienische Abstammung oder gar an einen italienischen 
Meister denken kann, ist unbegreiflich. 
M) Er war früher im Besitze des verstorbenen Bauinspectors v. Lassaulx 
in Coblenz. Vergl. Kugler II, 290. Passavant 409. 
 Die Seene, wo der Christusknabe predigend zwischan seine Kreisel 
spielenden Altersgenossen tritt, ist besonders charakteristisch.
        

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