Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965732
Schule 
Meister 
Wilhelm's. 
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zu ordnen oder einzelne dieser unbekannten Meister heraus zu 
erkennen und jedem das Seine zuzuweisen, ist misslich und für 
meinen geschichtlichen Zweck nicht nöthig. Es scheint mir 
fruchtbarer, die bedeutenderen dieser Bilder nach ihrer Richtung 
und nach den Gegenständen zu sondern, da sich daran die wei- 
tere Entwickelung der Schule leichter zeigen lässt. 
Den Anfang mache ich mit den kirchlichen Wand- und 
Altargemältlen von grösserer Dimension, bei denen es hauptsäch- 
lich auf Ernst und Würde ankommt. Sie sind nicht sehr zahl- 
reich und nicht die Stärke der Schule, die mehr auf das An- 
muthige, Leichte, Andeutenile, als auf die für den angegebenen 
Zweck erforderliche plastische Ausführung gerichtet war. Viel- 
leicht das Beste darunter ist ein Wandgemälde in der Krypta 
von St. Severin in Köln, Christus am Kreuze unter einzelnen 
Heiligen, der Inschrift zufolge von einem Canonicus von Titzer- 
velde gestiftet, nicht so grossartig wie das ähnliche, obener- 
wähnte Bild in der Sakristei derselben Kirche, aber dennoch 
ernst, würdig und mit Schönheitsgefühlöf). Ein grosses Tafel- 
bild ähnlichen Inhalts im Kölner Museum, Maria und Johannes 
nebst sieben andern Aposteln neben dem Kreuze, zeigt zwar 
Fortschritte in der Farbe und Modellirung, ist aber im Ausdruck 
schwach und bedeutungslos sie). Noch geringer sind alle kleine- 
ren 'l'afeln dieser Art, von denen sich noch mehrere im Kölner 
Museum finden. Das Wandgemälde endlich, welches 1856 in 
der Marienkapelle des Kölner Domes entdeckt, seitdem aber 
wieder durch die Aufstellung des neuen Altares mit einem Over- 
beckschen Bilde unsichtbar geworden ist, den Tod der Maria 
tlarstellend, aber nur in wenigen Figuren erhalten, scheint einem 
späteren nicht. sehr ausgezeichneten Nachfolger Meister Wil- 
als das der Sakristei, 
älter 
 Kugler, k]. Schr. II, 288, hält dies Bild für 
schien das Gegentheil unzweifelhaft. 
 Man hat hier und zwar an den Heiligenscheinen ein Monogramnr zu 
entdecken geglaubt; Merlo im Nachtrage S. 33 zeigt aber mit Recht, dass es 
ein müssiger, zur Ausfüllung des Raumes hinter der Namensinschrift des Hei- 
ligen dienender Schnörkel sei. Auch das Zeichen eines Besitzers (Sotzmann, 
D. Kunstbl. 1853, S. 51) ist an dieser Stelle nicht zu suchen. Vergl. ferner 
Kugler kl. Sehr. II, 290 und Gesch. der Malerei I, 239. Förster a. a. O. S. 295. 
v1. 28
        

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