Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965630
Meister 
Wilhelm. 
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Umständen gerechnet werden, welche die Tafelmalerei um 
diese Zeit so bedeutend hoben und in ihr einen Meister erzeug- 
ten, dessen Ruhm sich weit über die Mauern Kölns hinausver- 
breitete. Zum ersten Male halten die Chronikenschreiber den 
Tod eines Malers für ein historisches, der Eintragung in ihre 
Jahrbücher würdiges Ereigniss. „In dieser Zeit, sagt die 
Chronik von Limburg an der Lahn zum Jahre 1380, war 
ein Maler zu Köln, der hiess Wilhelm; der war der beste 
Maler in allen teutschen Landen (oder, Wie es in der Trierer 
Bearbeitung heisst, in der Christenheit), als er war geachtet von 
den Meistern. Er mahlete einen jeglichen Menschen als hätte er 
gelebt." Nach den sorgfältigen Nachforschungen in den Kölner 
Schreinsbüchern vermuthet man, diesen hervorragenden Meister 
in einem gewissen Wilhelm von Herle, einem Dörfchen in der 
Nähe Kölns, gefunden zu haben, der schon 1358 ein Haus kaufte 
und schon verheirathet, aber vielleicht noch Geselle war, da er 
weder nmagister" noch npictor", wie in späteren Urkunden ge- 
nannt wird. Er kommt dann mehrere Male, wie es scheint mit 
steigendem Wohlstande, zuletzt 1372 vor, War aber schon 1378 
verstorben, da nun seine WVittwe auftrittfßit). Seine Identität mit 
dem von jener Chronik erst 1380 genannten Meister wird da- 
durch nicht gerade ausgeschlossen, da es sehr denkbar ist, dass 
gerade in Veranlassung seines Todes sein Verdienst mehr be- 
sprochen und zu den Ohren des Limburger Chronisten getragen 
wurde. Jedenfalls dürfen wir diesen Meister, dessen Ruhm sich 
in bisher nicht gewohnter Weise verbreitete, für den Begründer 
der Schule halten, Welcher die zahlreichen noch jetzt erhaltenen 
Kölner Bilder dieser Zeit, und die nicht minder zahlreichen, frei- 
lich nur aus geschäftlichen Urkunden und ohne Beziehung auf 
Ü Sie ist mehrmals herausgegeben; vergl. in der Ausgabe zu Marburg 
1828, S. 89, in der von 1617, S. 81, in einer anderen im siebenzehnten Jahr- 
hundert überarbeiteten Redaction in Hontheim Prodromus Hist. Trevir. II, pag. 
1101. Vergl. auch Fiorillo I, 418. Die Stelle in den Annalen der Dominicaner 
zu Frankfurt am Main, welche Passavant Kunstreise S. 405 anführt, scheint 
aus jener Chronik entlehnt. 
w) Merlo, Nachrichten von Kölnischen Künstlern, S. 509, und Nachträge 
S. 31. Schon de Noel hatte übrigens früher auf Wilhelm von Herle vermu- 
thet, vergl. Passavant a. a. O.
        

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