Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965593
Aeltcste- 
Tafelmalereien. 
419 
Gleichzeitig werden die kolossalen Gestalten singender, 
musicirender, Weihrauch schwingender Engel entstanden sein, 
welche -in den Zwickeln der grossen Arcaden im Inneren des 
Chores in einer den Bogenlinien entsprechenden Haltung und in 
kolossaler Grösse ausgeführt waren, und durch Steinle's neue 
und abweichende Compositionen ersetzt sind. Sie waren halb 
erloschen und bei der grossen Höhe nicht völlig kennbar, schie- 
nen aber in gleichem Flusse der Linien und nicht ohne Verdienst 
zu sein. 
Die Tafelmalerei scheint in dieser Zeit noch wenig ent- 
wickelt. Die Flügelbilder eines Altarschreines in Altenberg an 
der Lahn, und das Fastentuch in St. Aposteln in Köln, leichte 
'l'emperamalerci auf Leinwand, welche man einer gewissen 
Richmndis und dem Jahre 1350 zuzuschreiben pflegt die aber 
älter sein (liirfte, haben noch die einfachere strengere Haltung der 
vorigen Epoche, und die Gemälde neben dem Schnitzwerk des 
Hochaltars in der Stiftskirche von Oberwesel vom Jahre 1330 
sind gar roh und steif M). Besser sind einige anscheinend von 
derselben Hand herrührende Bilder im Kölner Museum , ilämlich 
zuerst die Einzelgestalten der Apostel Johannes und Paulus, so 
wie die Verkündigung und Präsentation im Tempel, dann be- 
sonders ein kleiner Flügelaltar, welcher in der Mitte die Kreuzi- 
gung, auf den Seiten Geburt und Anbetung der Könige, Himmel- 
fahrt und AuSgieSSung des h. Geistes enthält, und in den Mo- 
tiven sehr originell und kühn, im Ausdrucke der Köpfe und in 
der Zeichnung der Körper schematisch und schwach ist. In- 
dessen haben die Körper schon mehr als jene Wandgemälde die 
charakteristische Biegung des vierzehnten Jahrhunderts, auch 
zeigt sich, obgleich es nur schwarze, leicht colorirte Umrisse sind, 
in den wechselnden 'l'inten der Gewänder, selbst in der Vorliebe 
Förster 
Gesch. 
203. 
Dagegen Kugler kl. 
Schr. II, 285. 
w) Kugler a. a. O. II, 181. Ueberhaupt ist bei den meisten im Text er- 
wähnten Malereien und Seulpturen Kuglefs "Rheinreise von 1841" a. a. O. zu 
vergleichen, welche nebst einer fleissigen Zusammenstellung ein meist richtiges 
Urtheil von seinem Standpunkte giebt. Auch Hotho, die Malersehule Hubertls 
van Eyk, Berlin 1855, enthält wichtige und ausführliche Studien zur Würdi- 
gung der Kölnischen Malereien.   
27m
        

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