Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965538
Ranmersdorf. 
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Christi, im Langhause einzelne statuarisch gehaltene Ileiligen- 
hilder, im Ganzen also irdische Erscheinungen, während die 
Gewölbe himmlischen llergängen gewidmet waren. Das der 
Chemische zeigte eine ungewöhnliche, merkwürdige Darstel- 
lung, Gott V atcr zwischen vier Thieren, welche aber nicht die 
der Evangelisten waren, sondern ein weisser Bär, eine geflügelte 
Schlange, ein Stier und ein Vogel, also vielleicht die vier Ele- 
mente VVaSSer, Feuer durch den Salamander repräsentirt, Erde 
und Luft, Wodurch denn die Schöpfung angedeutet wäre. Die 
drei Gewölbjoche des Iianghatises enthielten mit sehr eigen- 
thümlicher Anordnung im ltlittelschitfe je einen auf allen vier 
Kappen durchgeführten Hauptgegenstaild, in den Seitenschißen 
dagegen immer nur auf der in Osten gelegenenKappe ein Ge- 
mälde und zwar einen auf jene mittlere Darstellung bezüglichen 
Gegenstand, also gleichsam ein Flügelbiltl neben dem Haupt- 
bilde; wenigstens verhielt es sich so bei den zwei westlichen 
Jochen, während das östlichste (wahrscheinlich in Folge einer 
Zerstörung und Reparatur in unbekannter Zeit) im Mittelschiffe 
nur mit gelben Sternen auf blauem Grunde bemalt war, Wozu 
denn die in den beiden Kappen der SeitenschiHe befindlichen Ge- 
mälde Auferstehung und Himmelfahrt nicht passten. Das mittelste 
Kreuzgewölbe zeigte in der östlichen Kappe die Krönung der 
Jungfrau, in der westlichen mit leicht verständlicher Beziehung 
den Erzengel Michael den Drachen tödtend, in den Stichkappen 
musicirende Engel; an den Seitengewölben nur die Heiligen Eli- 
sabeth und Katharina. Das westlichste Feld endlich gab, wie an 
der Eingangsseite herkömmlich, das jüngste Gericht, in gross- 
artiger, nicht unwiirdiger Auffassung. Auf dem einen Felde 
Christus als VVeltrichter, das Haupt von mächtigem Haarwuchs 
umwallt, die Hände aufgehoben, zu beiden Seiten des Mundes 
das zweischneitlige Schwert, etwas tiefer vor ihm kniend Maria 
und Johannes, zur Seite Engel mit den Marterwerkzeugen. In 
dem entgegengesetzten Dreiecke Engel mit Posaunen auf feu- 
rigen Wolken, in den Stichkappen die Gerechten in die von einem 
Engel geöffnete Himmelspforte eingehend, die Verdammten von 
einem anderen Engel mit geschwungenem Schwerte dem Teufel 
cntgegengetrieben. Unter den Auserwählten ist zwar ein Bischof,
        

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