Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965299
Gravirte 
Metallplatten. 
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jene Art. der Verwendung empfehlen. Bei diesen eingelegten 
Stücken ist dann die Gravirung meistens in England selbst ge- 
fertigtiit). Dagegen sind die wenigen vollständigen Platten, 
welche sich dort linden, von so abweichendem Style, dass sie 
(selbst nach dem Urtheile der Engländer) im Auslande gearbeitet 
sein müssen Wo dies geschehen, steht noch nicht fcst. Die 
englischen Archäologen haben zum 'l'heil auf Frankreich, na- 
mentlich auf Limoges, als eine der Metallarbeit kundige Gegend, 
zum Theii auf Flandern geschlossen, indem man auf der Kehr- 
scite englischer Platten niederdeutsche Inschriften gefunden 
hat-i'm). Wirklich sind in beiden Ländern solche Platten und 
zwar vollständig deckende nicht selten, in [Frankreich z. B. in 
Notre-Dame von Paris, Sens, Beauvais und an vielen anderen 
Orten, auch im Süden-f), in Belgien z. B. in der Kathedrale und 
in St. Pierre in Brügge, und englische Reisende wollen eine 
welche der Testator verlangt, in Flandern ausgeführt sein solle, folgt ans diesen 
Worten keinesweges, wohl aber, dass die besten Platten in Lübeck von daher 
bezogen wurden, was um so wichtiger ist, weil Lübeck reicher an solchen 
Platten ist, als irgend ein anderer Ort, und man mithin ohne dieses Zeugniss 
sie hier fabricirt glauben würde. 
 Die englischen Archäologen selbst sind sehr geneigt, alle besser gear- 
beiteten Platten für fremde, namentlich für französische Arbeit zu halten, in- 
dessen scheinen mir die Platten, bei welchen Bontell, Monumental brasses S. 
20, und Glossary pag. 64 (vergl. Stothard Scpulehral efiigies Taf. 54) dies thun, 
der Zeichnung nach vollkommen englischen Styles. 
ü") Die eine dieser Platten ist überdies das Grab eines Deutschen, des 
Wisselus von Smalenbergh, Kaufmann zu Münster, welcher 1312 in Boston 
starb und daselbst beerdigt ist (vergl. die Abbildung in den Memoirs illustra- 
tives of the antiquities of the county of Lincoln, 1850, S. LII). AllSSßrdßm 
zählen die englischen Archäologen nur noch fünf oder sechs solcher Platten 
auf, die des Abtes Thomas de la Mare  1390) in der Abteikirche St. Albans 
(abgebildet bei Carter Specimens Taf. 33), die des Adam Walsokne (T 1349) 
und des Robert Braunche  1364 zu Lynn, beide bei Cotman a. a. 0., und 
ein Fragment der letzten bei Carter Taf. 72), die nur noch in einem Abdrucke 
des brittischen Museums erhaltene des Robert Attelathe daselbst, und endlich 
die des Alan Fleming zu Newark, alle von gleicher Grösse (10 Fuss Höhe bei 
etwa 5 Fuss Breite) und in so übereinstimmender Zeichnung, als 0b sie von 
demselben Meister herrührten. 
 Vergl. Parker's Glossary of terms I, p. 65. 
i") Im Museum zu Toulouse sind drei solcher Platten von den J. 1320, 
1341 und 1400. B. Stark Städteleben u. s, w. S. 200.
        

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