Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965083
Siebentes 
Kapitel. 
Die 
darstellenden 
Künste. 
Es ist einleuchtend, dass die Stimmung der Zeit, wie wir sie 
oben näher kennen gelernt haben, den darstellenden Künsten 
günstig sein musste. Die Prachtliebe der Grossen, der behag- 
liche Luxus der mittleren Stände, die unermüdliche Schaulust der 
Menge kam ihnen zu Statten, und jenes Bedürfniss nach Beleh- 
rung durch sinnliche Anschauung, auf dem die Vorliebe für die 
Allegorie und ähnliche Erscheinungen beruheten, fand in der 
Malerei die gründlichste und zugleich leichteste Befriedigung. 
Dazu kamen dann tiefere Ursachen; die VVelt war aus dem Sta- 
dium des Gemcingefühls in das der persönlichen Empfindung 
übergegangen; die LiCiJBSWäHTIB und Innigkeit, die religiöse 
Sehnsucht, welche die Gemüther erregte, forderte einen künst- 
lerischen Ausdruck, den ihr nicht mehr die Architektur, sondern 
nur die darstellende Kunst, besonders die Malerei gewähren 
konnte. Susois früher angeführter Wunsch , dass jeder Gottes- 
freund allezeit etwas guter Bilder haben möge, um sich daran zu 
erquicken, wurde gewiss von Vielen getheilt, und zwar nicht 
blos von den geförderten Gottesfreunden, sondern ebensosehr, 
ja noch viel mehr von der grossen Menge, welche durch die 
sinnliche Anschauung heiliger Gestalten wenigstens vorüber- 
gehende Gefühle der Andacht oder der Erfüllung frommer Pflich- 
ten erlangte. Der Besitz von Andachtsbildern wurde unter den 
höheren Ständen Modesache und die Stiftungen kirchlicher Bild- 
Werke waren noch niemals so zahlreich gewesen wie jetzt. Alle 
Stände nahmen an dieser Kunstpflege Antheil. Die Geistlichen 
und Mönche, wenn auch nicht mehr schöpferisch thätig, fanden
        

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