Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-965055
Weltliche 
Bauten 
in 
Preussen. 
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dene Bestimmung der Räume oder die Unterschiede des Ranges 
der Inhaber, bis dann endlich diese Steigerung in den hochmei- 
sterlichen Gemächern und besonders in „des Meisters Remter" 
ihren Gipfel erreicht. Auch hier hat weder das Gewölbe noch 
der einzige Mittelpfeiler die schlanke Kühnheit wie im Convents- 
remter, alles ist hier schwerer und derber, aber der bedeutende 
Raum, durch seine quadratische Form gesellig, durch seine Höhe 
luftig, von mehreren Seiten durch zwei Reihen viereckiger Fen- 
ster hell beleuchtet, macht einen eben so festlichen wie behag- 
lichen Eindruck, der vollkommen seiner Bestimmung entspricht 
und sie charakteristisch bezeichnet. Es ist ein Festsaal eben für 
derbe, ernste, männliche Feste und für die Beherrscher des 
Landes, denen von dieser Höhe der freie Umblick über die reich- 
sten Gefilde desselben, die fruchtbare Niederung zwischen Nogat 
und VVeichsel, gewährt wird. Auch von aussen giebt dieser 
Theil des Baues, und namentlich dieser Saal, eine durchaus fürst- 
liche und gebietende Erscheinung. Vortretend nämlich gegen 
den Fluss ist er von mächtigen Pfeilern gebildet, die vom Un- 
terbau an bis nach oben hinaufsteigend unter den Zinnen durch 
Bogen verbunden sind und die Fenster der verschiedenen Räume 
in der zurücktretenden Mauer umschliessen. Nur neben den Fen- 
stern des Remters sind diese Pfeiler unterbrochen und durch 
Doppelsäuleil von rothem Granit gestützt, Welche den Gästen 
des Hochmeisters auf den steinernen Bänken in der Fensternische 
freiere Umschau gestatteten und zugleich dem Volke zeigten, wo 
die Gebicter des Landes beriethen oder feierten. 
Unter den anderen Schlössern der Ordenszeit ist das des 
Bischofs von Ermeland in Ileilsbergzk), von 1350 bis gegen 
Ende des Jahrhunderts erbaut, eines der besterhaltenen, mit 
seinem zweistöckigen, eigenthümlich gewölbten Kreuzgange, mit 
derselben Steigerung von den unteren wirthschaftlichmi Räumen 
bis zu den Festsälen und der noch Spuren ihrer Wandmalereien 
tragenden Kapelle, alles in Backstein, nur mit Pfeilern von 
schwedischem Sandstein. Aber auch in den anderen Schlössern, 
t) Vergl. die 
ersten Hefte von v. 
vortreiflichen Zeichnungen in dem schon 
Quast, Denkm. d. Bank. in Preussen. 
oben erwähnten
        

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