Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964980
358 
Deutsche 
Gothik. 
ohne kräftige Ausladung bedeckt, ist sehr monoton und schwer- 
fällig. 
Auch der 1343 gegründete Dom zu M arienwerder hat 
noch ein etwas höheres Mittelschiff, obgleich ohne Wirkliche 
Oberlichter, aber der zu Culmsee, dessen Langhaus im Laufe 
des Jahrhunderts erneuert wurde, und der zu Frauenburg, 
dessen Chor laut Inschrift 1342 vollendet wurde, haben einfache 
Hallenform, dieser dabei nicht blos durch seine ganze Erschei- 
nung auf der luftigen Höhe am Spiegel des Haffs, sondern auch 
durch die vortreffliche Ausführung seiner Vorhalle mit dem edel- 
gebildeten Portale und durch den reichen Schmuck der Giebel 
eine der schönsten architektonischen Zierden Preussens. Die 
Anordnung dieser Langhausgiebel ist sehr originell, indem Sie 
ohne senkrechte Theilung eine einfache, aber durch Maasswerk- 
blenden und durch eine reiche Einrahmung von aufsteigenden 
gothischen Arcaden geschmückte Fläche bilden, die durch acht- 
eckige Treppenthürmchen mit schlanker geschweifter Spitze 
flankirt ist. Vielleicht entstand dadurch das andere Motiv, wel- 
ches wir an dem Giebel der geraden Ostwand der Marien- 
kirche zu Thornß), um 1370 vollendet, vorfinden, wo näm- 
lich die drei Fiuleilkörper, an den Ecken und in der Mitte, thurm- 
artig erweitert sind, so dass sie mit je drei Polygonseiten kräftig 
vorspringen und nur geringe durch Blenden verzierte Flächen 
zwischen sich stehen lassen, was dann im fünfzehnten Jahrhun- 
dert an dem durch seine malerische Erscheinung berühmten, oft 
gezeichneten Rathhause zu Danzig, bei rechtwiukeligem Ab- 
schluss des Giebels, wiederholt wurde. 
Unter den Hallenkirchen mit achteckigen Pfeilern, Sternge- 
wölben, geradem Chorschluss, meistens mit einem einzelnen 
Thurme vor oder in der Facade, wie sie nun die durchgängige 
Regel wurden und wenig Verschiedenheiten bieten, nimmt die- 
Marienkirche zu Danzigw) eine hervorragende Stelle ein. 
 v. Quast in der Zeitschrift für Bauweselu, 
und Taf. 33. 
Jahrgang (1851), 
323 
"Ü Dr. Hirsch, die Oberpfarrkirche von St. Marien in Dan zig, 
1843, giebt nach scharfsinnigen archivalischen Untersuchungen die genaue und 
lehrreiche Baugeschichte der Kirche , von der Prof. J. C. Schultz , D a n z i g.
        

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