Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964972
Dom 
Zll 
Königsberg. 
357 
denen der Domkirche zu Culmsee, also der ältesten Kathedrale 
des Ordenslandes, gleichen, „secundum dispositionem et formam 
ecclesiae Culmensis" erbaut werden solltenß). Dieser Conflict 
spricht sich gewissermassen in dem Gebäude selbst aus; es hat 
die Mauerdirke und Schmucklosigkeit einer Festung, ohne ihre 
Höhe und Würde, schwankt zwischen dem kriegerischen und 
kirchlichen Charakter. Der Chor, der 1333 begonnen und schon 
1339 vollendet wurde, ist der gelungenste Theil, aber sehr ein- 
fach; einschiffig, mit rechtwinkeliger unbeleuchteter Schluss- 
wand, lang und schmal, von starken Mauern mit sehr schlichten 
Strebepfeilern umgränzt, aber im Inneren gut beleuchtet und 
durch ein reiches, von fein profilirten Rippen gebildetes Sternge- 
wölbe geschmückt. Das dreischifüge hallenartige Langhaus er- 
scheint schon im Aeusseren gedrückt, indem es bei einer Breite 
von 93 Fuss, Mauern von nur 45 Fuss Höhe hat, auf denen das 
gemeinsame Dach mit bedeutend grösserer Giebelhöhe lastet. Im 
Inneren tragen wohlgebildete achteckige Pfeiler, deren diagonale 
Seiten mit einer reichen Gliederung von Rundstäben ohne Kapi- 
täle in die Scheidbögen übergehen, auf ihren glatten Frontseiten 
mit hochgelegenen Consolen das Sterngewölbe des Mittelschiffes 
und die sehr künstlichen, wenn auch nicht schönen Seitenge- 
wölbe. Aber das Mittelschilf hat bei lichter Breite von 38 Fuss 
nur eine Hohe von 54, und da die Seitensehiife noch etwas nie- 
driger sind, entsteht, genau wie in St. Stephan in Wienwc), über 
den Scheidbögen ein dunkles Bogenfeld von etwa 5 Fuss Höhe, 
Welches das geringe Licht der niedrigen Seitenfenster von dem 
Gewölbe abhält und das Ganze finster und drüekend erscheinen 
lässt. Die Facade ist zwar mit zwei Thürmen versehen, von de- 
neu der eine vollendete sogar ein achteckiges Glockenhaus und 
eine Spitze hat, aber diese Thürme sind plump und die ganze 
Facade, mit niedrigem Portale, schmucklosem Fenster, von 
flachen spitzbogigen Nischen ohne organische Gliederung und 
s) Vergl. die im Wesentlichen gleichen 
Hochmeisters bei Gebser a. a. O. S. 90. 
Urkunden des Bischofs und des 
w) Da auch die Pfeiler einige Aehnlichkeit haben, 
eine directe Beziehung beider Gebäude denken, für die 
Anhaltpunkte noch fehlen. 
könnte man fast an 
indessen historische
        

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