Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964792
Mark 
Brandenburg. 
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mals mit der Mark verbundenen Lande Stargard ü), endlich eine 
Reihe von Bauten in der Altmark, die überhaupt reich an be- 
deutenden WVerken des Ziegelbaustyles ist. Kaiser Karl IV. 
hatte Tangermünde zu seiner Residenz in diesen Gegenden 
bestimmt und sich ein Schloss erbaut, dessen Kapelle er nach 
Seiner böhmischen Weise mit edlen Steinen auslegen liess, das 
aber im dreissigjährigen Kriege zerstört und spurlos verschwun- 
den ist. Auch scheint es nicht, dass die böhmische Bauschule 
hier weiteren Einfluss gewonnen habe, wohl aber brachte der 
engere Zusammenhang mit dem westlichen Deutschland und be- 
sonders vermöge der Elbe mit Magdeburg, einige Abweichungen 
von dem in den neuen Marken auf blühenden Style und ein An- 
lehnen an die Formen des Steinbaues mit sich. S0 hat in der 
St. Stephanskirche zu Tangermünde das in der zweiten 
Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts erbaute Langhaus w?) nicht 
nur Fenstermaasssverk edelster Form, das allerdings in Sand- 
stein gearbeitet ist, sondern auch Pfeiler mit zahlreichen kräftigen 
Diensten, Welche indessen weder Kapitale haben, noch sonst or- 
ganisch in die Wölbung übergehen, sondern durch eine acht- 
eckige Platte ohne Weiteres gedeckt sind, von der dann der Ge- 
wölbeansatz aufsteigt. Gänz ähnlich ist die Pfeilerglietlerung in 
der Kirche zu WVerben, welche sich übrigens durch eine glän- 
zende Choranlage auszeichnet; die Haupteoncha ist nämlich durch 
sieben Seiten des Zwölfecks gebildet und, vermöge einer Durch- 
brechung der dazwischen liegenden Strebepfeiler, mit den zwei 
Nebenchören zu einem Ganzen verbunden. Dieses Anlehnen an 
die Steinarchitektur währte jedoch nur bis zu der Zeit der con- 
sequenten Ausbildung des Backsteinstyles in der zweiten Hälfte 
des vierzehnten Jahrhunderts, und die Altmark ging nun auch 
völlig auf die Weise der anderen märkischen Gegenden ein. Die 
Kirchen wurden nun auch hier stets in Hallenform gebaut, meist 
von kräftigen Rundsäulen mit vier anliegenden Diensten getragen, 
mit niedrigen Kapellen zwischen den hineingezogenen Strebe- 
pfeilern, und sie sowohl wie die städtischen Gebäude in jener 
Ü Kugler kl. Sehr. I, 756, 757. 
w") Ein am Thurme eingemauertes 
am Oelberge trägt die Jahreszahl 1398. 
Relief mit der Darstellung des Gebets
        

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