Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964536
Böhmen. 
313 
kommt, während 
beschreibt. 
der 
Kapellenkranz 
fünf Seiten 
des 
Zehnecks 
Unter den WVerken, welche die Inschrift im Dome unserem 
Meister beilegt, ist auch die Moldaubrücke zu Prag genannt, die 
mit ihrer Bogenspannung von 70 Fuss wiederum einen Beweis 
seiner technischen Kühnheit liefert. Noch kühner ist aber ein 
anderes gleichzeitiges Werk, dessen Plan man ihm, zwar ohne 
urkundliche Nachricht, doch mit grosser ßlValirscheinliclikeit zu- 
schreiben kann, näm- 
 z  M? lich die Kirche des 
 Ei Karlshofes, welche 
  Karl IV. für ein Stift 
"liiÄZrrIIÄEÄ-"i: regulirter Chorherren 
 im Jahre 1377 be- 
  gründete. Sie besteht 
riEf77eÄIÄIÄ-lflEl'    blos aus einem ein- 
  3' fachen, von einerKup- 
    
  und einem daran stos- 
  senden kurzen ein- 
H I A  schifligen Chore, der 
  mit sechs Seiten Tles 
  Zehnecks, also wie 
Die Kirc des Karlsofes zu Prag. an dem inneren Chore 
zu _Kollin mit einem 
VVinkel auf der Hitte abschliesst. Bewundernswerth ist nun 
jener achteckige Bau, wo bei einer Mauerdicke von nur drei Fuss 
das Gewölbe mit einem Durchmesser von 78 Fnss in der Dia-- 
gonale und einer Höhe von '72 Fuss über dem Boden vermöge der 
sternförmigen Rippen so vortrefflich eonstruirt ist, dass es den 
Jahrhunderten und wiederholten Feuersbrünsten unversehrt Wi- 
derstanden hat, ein VVerk einzig in seiner Art, in technischer 
Beziehung Brunelleschfs berühmter Kuppel an die Seite zu stel- 
len. Wiahrscheinlich war die Kirche nicht zum Pfarrgottesdißllste 
bestimmt, aber dennoch lässt sich die Eigenthümlichkeit des 
Planes bei dem bedeutenden Flächenraume, der zu Gebote stand, 
nur dadurch erklären, dass es auf eine ungemein erhebende Wir-
        

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