Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961540
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Einleitung. 
jetzt gebildeten Ritterorden. Sie stammen wirklich von jenen 
grossen geistlichen Ritterorden ab, die etwa zweihundert Jahre 
früher im gelobten Lande gestiftet waren, aber freilich nur durch 
das Mittelglied der Ritterromane, welche daraus den Gedanken 
einer ritterlichen Genossenschaft mit bestimmten, mehr oder we- 
niger idealen Zwecken entlehnt und namentlich durch die Sagen 
vom Gral und von der 'l'afelrunde weiter ausgebildet hatten. 
Seiner bemächtigten sich dann die Turniergesellschaften, 
welche zunächst nur den Zweck der Veranstaltung solcher 
VVafYenübungen oder des gemeinschaftlichen Auftretens in ihnen 
hatten. Da sie natürlich auf guten Namen halten, ihre Mit- 
glieder überwachen und nöthigenfalls [lnwürdige ausschliessen 
mussten, da eine solche Gemeinschaft mit ausgezeichneten, be- 
rühmten und vornehmen Rittern immerhin den übrigen Theil- 
nehmern eine Stellung gab, so lag es nahe, solche Gesellschaften 
als Hort und Quell ritterlicher Ehre und Zucht anzusehen. Es 
geschah auch wohl, dass die Mitglieder bei ihrem Eintritte durch 
eine Art von Gelübde sich zu gewissen Tugenden und Lei- 
stungen, zur Vermeidung unehrenhafter Handlungen, zur ge- 
genseitigeil Beistandsleistung, freilich in sehr allgemeiner VVeise, 
verpflichteten. Es lag aber auch nahe, dass man gern den Schein 
einer wo möglich noch tieferen und geheimnissvolleren Bedeu- 
tung annahm, und diese schon durch das Zeichen und den 
Namen 'der Gesellschaft andeutete. Dies gab jetzt den Fürsten 
eine Gelegenheit, die tapfersten Ritter um sich zu versammeln, 
sie an sich zu fesseln, und den Ehrgeiz durch die Aufnahme in 
eine glänzende Gesellschaft zu reizen. Sie gewährten dafür 
manche Vortheile, ein Haus zu den Versammlungen, Ehrenge- 
schenke, auch wohl Beiträge zu der Ausrüstung der Ritter; je- 
denfalls aber wurde die Stiftung des Ordens dmch die besondere 
Tracht seiner Mitglieder und durch die Feier gewisser Feste ein 
Mittel höfischer Pracht. Das ganze Institut diente also zugleich 
dem Glanze und dem Nutzen der Monarchie und den idealen 
Gedanken der Ritterschaft. Es fand daher auch grossen An- 
klang und rasche Verbreitung. Eduard III. stiftete 1349 den 
Hosenbandorden, noch ausdrücklich als Erneuerung der Tafel- 
runde; der ritterliche und unglückliche König Johann von Frank-
        

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