Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964230
Hannover. 
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stämmigen Rundsäuleil und schlanken Spitzbögen, durch einen 
reichen Fries bekrönt, dann der Oberbau von acht kräftig ge- 
gliederten Wandpfeilern getheilt, welche die breiten Maasswerk- 
feinster trennend bis nach oben aufsteigen und mit blumigen Fia- 
len Engelstiguren tragen, endlich der Giebel ganz oben mit hori- 
zontalem Abschlusse, anden Seiten mit treppenförmigen Ab- 
sätzen und durchsichtigem, fensterartigem Stabwerk, ist die 
mächtige 51 Fuss" breite, 104 Fuss hohe Facade, eine Zierde 
der ehrwürdigen Stadt. Von bedeutender Ausdehnung und ein- 
facherer VVürde ist das etwa gleichzeitige Rathhaus zu Lemgo, 
während die meisten anderen, in Beckum, Dühnen, Koesfeld, 
Borken u. s. w. mehr oder weniger verkleinerte Nachbildungen 
des Münsterischen geben. Auch an characteristischen bürger- 
lichen Wohnhäusern, von denen einige wohl noch in das vier- 
zehnte Jahrhundert fallen mögen, fehlt es in diesen Städten, be- 
sonders wieder in der Hauptstadt Münster, ilicht. 
In den benachbarten, jenseits der XVeser gelegenen nieder- 
sächsischen Gegenden trafen westphälischer Einfluss, zum 
Theil auf kirchliche Verbindung gegründet, mit dem vorherr- 
schenden Ziegelbau zusammen, um der Hallenform durchgängige 
Anwendung zu sichern und eine wo möglich noch grössere Ein- 
fachheit zu begründen. Die M arktkirche in Hannover, ein 
Bau von stattlichen Verhältnissen, mit Ausnahme der Sockel- 
mauer ganz in Backsteinen erbaut, gleicht in seinem, im Jahre 
1340 schon mit Glasgemältlen versehenen Chore ganz der Wie- 
senkirche in Soest, während das etwas spätere Langhans an sei- 
nen Rundpfeilern vier überaus dünne Dienste und statt des Ka- 
pitäls nur eine blosse Kehle hat und also die Nüchternheit spä- 
terer westphälischer Bauten theilt. Auch die Aegidienkirch e, 
deren im Jahre 1347 begonnener Chor etwas feinere Formen 
hat, War eine Hallenkirche  In Braunschweig sind wir 
wieder auf dem Gebiet des Hausteiiles und sogleich tritt uns nun 
auch, im scharfen Gegensatze gegen jene Einfachheit eine fast 
 Vergl. über 
geschickte, Heft 1. 
beide 
Kirchen 
Mithof, 
Archiv für Niedersachsens Kunst-
        

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