Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964138
Köln 
und 
Aachen. 
273 
luftigen Raumes gegen das Dunkel der alten Kapelle beruhen 
musste, hat sich der Meister ängstlich bemüht, alle Maasse dieses 
alten Baues au dem neuen, natürlich in ganz anderer Anwendung, 
zu reproduciren. Zu diesem Zwecke hat er zunächst den Poly- 
gonschluss sehr ungewöhnlicher WVeise durch neun Seiten des 
Vierzehneckes gebildet und so mit Hinzurechnung der vier Seiten 
des geraden Theiles und der drei, freilich nur im Gewölbe ge- 
zeichneten Sciten des Anschlusses an das Polygon des alten 
Münsters Wirklich sechszehn Seiten wie an diesem hervorge- 
bracht. Ausserdem ist dann die Länge des Chores dem Durch- 
messer des Sechszelmecks, die Breite dem kleinen, die Diagonale 
der Gewölbfelder dem grossen Durchmesser des inneren Poly- 
gons gleich gemacht u. s. ist), obgleich alles dieses nur bei 
sorgfältiger Berechnung gefunden werden kann und zu dem Ein- 
drucke nichts beiträgt. 
Es war die Blüthe der Kölner Schule und in mehr als einem 
Falle linden wir, ungeachtet der Diirftigkeit unserer urkundlichen 
Nachrichten, in der Nähe und Ferne Meister arbeitend, die sich 
nach ihr nennen. S0 werden in den Baurechnungen von Xanten 
wiederholt und bei den 1369 gegründeten beiden Kirchen zu 
Rampen am Znyde-rsee Kölnische Meister genannt, der 'l'hurm- 
bau des Strasburger Münsters wurde seit 1365 nicht von einem 
Zögling der dortigen Bauhütte, sondern von Johannes Hültz aus 
Köln geleitet W14), und sogar der Meister, Welcher der Kathedrale 
von Burgos seit 1442 eine Facade gab, war aus Köln. In an- 
deren Fällen lässt uns die Uebereinstimmung der Formen auf die 
Einwirkung der Kölner Hütte schliessen. So namentlich bei dem 
Dome zu Metz, dessen Herstellung im Jahre 1327, wie die 
vorhandenen Ablassbriefe beweisen, begonnen und unter dem 
Bischof Bayer von Boppart  1383) bis zur [leberwölbung ge- 
diehen war Seite), so ferner bei der Stiftskirche zu Cleve. Dieser 
etwa seit 1334, wie die meisten späteren Kirchen dieser nörd- 
lichen Rheingegend, in Ziegeln und in einfachen, aber sehr reinen 
w] Debay, die Münsterkirche zu Aachen, 1851. 
'33) Boissercie in der Beschreibung des Kölner Ddmes 1843, S. 
cit. Ueber die Kirchen von Kampen oben S. 147. 
 Bägin, histoire de 1a Oath. de Metz, 1840, 2 Bde. 
VI. 18 
22 et ibi 

        

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