Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-964064
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Deutsche 
Gothik. 
und des Münsters auf Lebenszeit und mit besonderen Vergün- 
stigungen anstellte. Indessen muss der Bau nicht weit vorge- 
schritten sein, denn zufolge einer anderen Urkunde wird im Jahre 
147i wieder vom Anfange des neuen Chorbaues gesprochen und 
die Weihe erfolgte erst 1513. Man wird daher die Details 
durchaus dieser späteren Bauzeit, den Plan aber der gegenwärti- 
gen Epoche zuschreiben müssen. Gerade dieser ist aber sehr 
atllfallentl und wiederum ein Beweis, wie man jetzt darauf aus- 
ging, die hergebrachten Regeln vermeintlichen Verbesserungen 
zu unterwerfen. Er hat nämlich Umgang und Kapellenkranz, 
während aber sonst der innere, durch die Pfeilerstellung, und der 
äussere, durch die Oefiiiungen der Kapellen gebildete Schluss 
völlig concentrisch und also aus demselben Polygon constnnirt 
sind, so dass auf jedes Intercolumnium auch eine Kapellenöff- 
n h nung trifft, schliesst hier 
 die Pfeilerstellung mit 
a"    drei Seiten und zwar des 
[J  Sechsecks, während der 
.45:  Kapellenkranz aus sechs 
X  Seiten des Zivölfeßks 
  t  uK-Äli-(jfii , besteht. Das klingt un- 
    gemem "egel"'ässig'  
  y f; K dem beide Abschlüsse 
e  ja;      genau halbe Polygone 
  c bilden und der grössere 
 ging  : 1,13112?) gerade die doppelte Sei- 
5; i"     '-l teuzahl des klemerenent- 
    I"   tl ' hält, und hat auch wirk- 
Chm. des Münsters m Freiburg. lieh bei der älteren Ge- 
neration deutscher Ar- 
chäologen, welche in solchen Zahlenspielen Geheimnisse zu ent- 
decken glaubten, grosse Bewunderung erregt. Allein die Folge 
dieser Regelmässigkeit ist, dass auf jede Oetfnung zwischen den 
Pfeilern, also auch auf die hinter dem Hauptaltare, welche den 
Schluss des perspectivischen Ueberblicks bildet, zwei Kapellen 
kommen, dass also ihre Scheidewand stets und also selbst hinter 
dem Hauptaltareeiu die Mitte jener Oeffnungen fällt und der end-
        

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