Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-963475
Die 
Collegien 
ZU 
Oxford 
und 
Winchester. 
207 
stimmenden Einfluss auf die ganze Entwickelung des Ge- 
schmacks während dieser Zeit ausgeübt hat. Indessen können 
wir dies nicht nachweisen, da seine früheren Bauten meistens 
zerstört, oder doch wie das Schloss zu Windsor so überarbeitet 
sind, dass nur noch die Anlage und die Hauptverhältnisse von 
seiner Einsicht und Originalität Zeugniss ablegen. Zum Glücke 
benutzte er aber die unfreiwillige Musse seiner späteren Jahre 
zur Gründung wohlthätiger Stiftungen und bedeutender damit 
verbundener Bauten, welche im Wesentlichen wohl erhalten auf 
uns gekommen sind. Zunächst gehören dahin zwei Erziehungs- 
häuser, Collegien, das eine in seiner bischöflichen Stadt Win- 
chester, und das andere zu Oxford, wo es noch immer unter dem 
Namen des neuen (New-College] bekannt ist, beide auch des- 
halb interessant, weil in ihnen ein neues Erziehungssystem von 
grosser Bedeutung zur Ausführung kam, das sofort Anklang 
und vielfache Nachahmung fand.  galt nämlich, die Vorbe- 
reitung der Jugend zu Universitätsstudien den Mönchen, in deren 
Händen sie ausschliesslich war, zu entreissen, und die Vortheile 
klösterlicher Ordnung mit grösserer Geistesfreiheit zu verbinden, 
und William von Wykeham war, wenn auch nicht der Erfinder 
(denn darüber wird gestritten), so doch der eifrigste und erfolg- 
reichste Beförderer dieses Systems. Gleich nach seiner Erhe- 
bung zum bischöflichen Stuhle begann er in Oxford Grundstücke 
ankaufen zu lassen, um das bedeutende Areal, welches er 
brauchte, zu gewinnen, und dies hielt ihn so lange auf, dass erst 
1380 die Gründung und 1386 die wirkliche Eröffnung des Col- 
legiums erfolgte, während in Winchester der Unterricht schon 
1373, aber in provisorischen Räumen begann und der Bau selbst 
nach langen technischen Vorbereitungen erst 1387 bis zur 
Grundsleinlegung gediehen war und erst 1394 den Einzug der 
Anstalt gestattete. Man begreift leicht, dass die Neuheit des 
Zweckes auch architektonische Neuerungen erforderte, und dass 
der Kirchenfürst imd ehemalige Kanzler eben so sehr wie der 
Architekt dabei interessirt war, diese Anlagen in jeder Beziehung 
als mustergültig darzustellen. Es sollten Gebäude mit klöster- 
licher Abgeschlossenheit sein, die sich aber dennoch von den 
Klöstern unterscheiden, gewissermassen mit ihnen in Gegensatz
        

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