Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-963465
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Englische 
Architektur. 
Architekten gezeigt haben, da er schon 1346 drei und zwanzig 
Jahr alt in dieser Eigenschaft dem ebenso baulustigen als krie- 
gerischen Könige Eduard III. zugeführt wurde. Zwei glän- 
zende Bauunternehmungen beschäftigten diesen damals; die 
schon erwähnte Stephanskapelle in seinem Palast von West- 
minster, und die Umgestaltung der Burg zu Windsor, wo er 
geboren war, zu einer grossartigen Festung und zugleich zu 
einem prachtvollen Schlosse für seine ritterliche Hofhaltungtk). 
Wie es scheint wurde William bei diesen Bauten beschäftigt, 
wenigstens finden wir ihn nach zehnjähriger Dienstzeit als Auf- 
seher der Bauten in Windsor besoldet. Und nun stieg er rasch 
immer höher in des Königs Gunst. Schon 1357 wurde er durch 
kirchliche Pfründen belohnt, die zur Disposition des Königs ge- 
langten, und zwar bald in so reichem Maasse, dass er 1360 die 
Kirche St. Martin-le-grand in London, an der ihm ebenfalls ein 
Canonicat zugefallen war, auf eigene Kosten neu erbauen konnte. 
Dabei blieb er in des Königs Dienst, baute und beaufsichtigte 
andere Schlösser, bekam bei seiner allgemeinen Brauchbarkeit 
auch richterliche Aufträge, und wurde 1364 königlicher Siegel- 
bewahrer. Er war, sagt Froissard, so sehr in der Gunst des 
Königs, dass nichts ohne seinen Rath geschah. Bald (1367) 
wurde er denn auch auf den neu erledigten Bischofssitz von 
Winchester und zugleich zum Kanzler des Reiches befördert. 
Aber damit war auch sein Ziel erreicht; es gelang seinen Fein- 
den, ihn bei dem Könige zu verdächtigen und es dahin zu brin- 
gen, dass er sich 1371 von den Staatsgeschäften zurückziehen 
und auf sein bischötliches Amt beschränken musste, welches er 
bis zu seinem Tode (1404) verwaltete 49k). Es ist nicht unwahr- 
scheinlich, dass er bei seiner langjährigen Thätigkeit an den kö- 
niglichen Bauten und vermöge seiner hohen Stellung einen be- 
 Ü In Windsor wurde damals der mächtige Thurm, der grösste in Eng- 
land und noch jetzt ein Gegenstand der Bewunderung, gebaut, der in den Ur- 
kunden domus rotunda oder domus tabulae rotundae genannt wird, und also 
auch wohl zu Iitterlichen Festen diente. 
u) Vergl. Britton, Cath. Ant. III, Winchester, p. 118 Hi, und besonders 
Cockerell, 0x1 the architectural works of W. of W., in den Verhandlungen des 
archäologischen Instituts von Grossbrittanien 1845 undin besonderem Abdruck.
        

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